Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
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Brust Madelinens ein. Die Unglückliche hatte sich, wiewir gesehen, eine geraume Weile gegen den plötzlichenSchlag aufrecht gehalten, der ihre jungen Hoffnungenzertrümmerte und sie durch eine so bängliche Kluft vonArams Seite trennte. Als aber Woche um Woche, Monat ^um Monat dahin rollten, und der Geliebte immer noch i.im Kerker lag, und die schreckliche Möglichkeit seinerSchmach und seines Todes inimer noch über ihr hing,begann ihr Muth allmählig nachzulaffen, ihr Herz zusinken. Unter allen Lagen, worein das Herz kommenkann, ist Ungewißheit diejenige, welche den Körper amtiefsten, krebsartigsten annagt. Ein einziger kleiner Monat !solcher Ungewißheit, wobei es such um den Tod handelt,reicht, wie wir von einem Augenzeugen in einem sehrlescnswerthen, kürzlich erschienenen Werk *) erfahren, hin, ^nie mehr zu glättende Linien und Furchen im Gesicht einesfünsundzwanzigjährigen Angeklagte» zu ziehen; reicht hin, ^das braune Haar mit grauem zu mischen, das graue zum -

weißen zu bleichen, lind diese Ungewißheit eine Un- ^

gewißheit solcher Natur hatte Madeline länger als volleacht Monate zu tragen! ,

Gegen Ende des zweiten Monats wurde die Wirkungans ihre Gesundheit sichtbar. Ihre Farbe, von Naturzart wie der leichte Anhauch der blaßrothen Muschel oderder jüngsten Nose, erbleichte zur Weiße des Marmors, !die im Verlauf der Zeit abermals in jenes unnatürliche, !

*) Wakeficlrs Werk über die Todesstrafe.