61
6 .
Laß nie crrathen, daß der Schmuck von Ket-ten und Ringen deine eigene Wahl sey. Wasvon Natur den Weibern angehört, das muß manauch nur um ihretwillen zu trage» scheinen. Wiradeln die Kleinlichkeiten , wenn wir sie unter denSchutz einer Empfindung stellen.
' 7 .
Die Neigung der Gebieterin deines Herzenszu gewinnen — erscheine in deinem Anzugnachlässig; um sie dir zu erhalten — sorgfältig!jenes ist ein Beweis von der Leidenschaft der Liebe,das zweite von ihrer Ehrerbietung.
8 .
Um ein vollendeter Meister in der Kleidungzu werden, muß Einer ein feiner Rechner seyn.Man darf sich nicht auf gleiche Weise kleiden,wenn man zu einem Minister, und wenn man zurGeliebten geht; zu einem geizigen Oheim, oderzu einem prahlerischen Vetter; es gicbt keine fei-nere Diplomatie, als in der Kleidung.
9 .
Ist der bedeutende Mann, den du gewinnenwillst, ein Stutzer, — so gehe zu ihm in einerWeste, wie er sie trägt. „Nachahmung," sagtder Verfasser des Lakon, „ist die aufrichtigsteSchmeichelei."
io.
Wer schön ist, mag sich glänzend kleiden; der