Druckschrift 
2 (1836)
Entstehung
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sehe» könnten; wenn Sie, Schritt für Schritt, meineVerirrungen ins Gebiet der Thorheit und Sündehinein verfolgen könnten: Sie würden sich über-zeugen, wie viel von dem, was Sie jetzt an mirverdammen und verachten, mehr den Umstände»,als meinen fehlerhaften Neigungen zuzuschreiben ist.Ich ward geboren als eine Schönheit, erzogen alseine Schönheit, verdankte Ruf, Stand, Macht, derSchönheit, und die Vorzüge, die mir meine Per-sönlichkeit gab, haben auch daS Verderben meinerSeele herbeigeführt. Sie haben gesehen, mit wel-chem Maße ich jetzt zur Kunst meine Zuflucht neh-men muß; es eckelt mir vor mir selber, währendich diesen Satz schreibe, aber das macht nichts;seit jenem Augenblick verabscheuten auch Sie mich.Sie zogen nicht in Erwägung, daß ich, meine ganzeJugend über, in Aufregung gelebt hatte, nnd daßich in meinen reifern Jahren ihr nicht entsagenkonnte. Ich hatte durch meine Anziehungskraft ge-herrscht , und ich wollte lieber jede Kunst anwen-den, als meiner Herrschaft entsagen, aber indes; ichmeine Eitelkeit hegte, war ich nicht im Stande,die Gebote meines Herzens zu ersticken. Liebe istdem Weibe so natürlich, daß, wer ihr widersteht,kaum ein Weib ist; aber mir war sie «ine Em-pfindung, keine Leidenschaft.

Empfindung also und Eitelkeit waren meineVerführer. Ich sagte, meine Jrrthümer seyen dieFrüchte der Umstände , nicht meiner Natur. Sie