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sagte Madame d'Anville, „diese Gedanke«, welcheSie an Rousseau so sehr bewundern, sind cs, wodurchunsre Schriftsteller überhaupt sich auszeichnen."
„Sie haben Recht," antwortete Vincent, „undder Grund liegt darin: bei Ihnen sind die Litera-ten immer zugleich Leute von Welt, deßhalb sindihre lebhaften Wahrnehmungen ebensowohl denMenschen, als den Büchern gewidmet. Sie machenscharfsinnige Beobachtungen und kleiden sie anmuthig«in; aber es ist bemerkenswerth, daß derselbeGrund, dem die Atorismen ihre Entstehung ver-danken, ihnen häufig den Vorzug der Tiefe raubt.Diese literarischen Weltleute haben Takt genug,zu beobachten, aber nicht die Geduld, vielleicht nichtdie Zeit, nachznforschen. Sie stellen den Grund-satz auf, aber sie setzen nie die Gedankenfolge, welchedazu führt, auseinander, daher sind sie mehr glän-zend, als wahr. Ein englischer Schriftsteller würdecs sich nie gestatten, einen Grundsatz, der etwa inzwei Zeilen die wichtigste moralische Wahrheit aus-spräche, geradehin anfzustellen, ohne seitenlange Be-lege für seinen Ansspruch aufzuführen. Ein fran-zösischer Dersu ch eSchreiber überläßt ihn ganzsich selbst. Er giebt weder an, von welchen Grün-den er ausgieng, noch die Scklußfvlge daraus —le plus tou est sonvent le ^iluz »uristsir. Natürlichsind sie deßwegen weniger ermüdend, als die Eng-länder; aber Ihre Schriftsteller sind dafür auch ge-fährlicher, und dürfen eher als Muster für zierliche