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Zwei altdeutsche Rittermaeren
Entstehung
Seite
XLVIII-XLIX
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XLvrn

EINLEITUNG.

datiere ng dos gedieh tes verwertet hat, gibt einen würklich wert-vollen anhalt für das aller der sage, diese wird sich ursprünglich-auf herzog Beil 1 toll bezogen haben [so würde die sage BaumannsVermutung bestätigen, dass Berhtolts gemahlin Eichwara einekärntische prinzessin gewesen sei, Hoyck s. 27]: und mit dieserhezielmng fanden sie die familien vor, die als castienscs einenburgsitz auf dem Staufenberg erwarben, recht wol möglich, dass esdavon auch schriftliche künde gab. schwerlich aber gab cs eine alteAufzeichnung, Wo eine ähnliche' Sage* bei'fiits an den Angehörigeneiner bestimmten gemeinerfnmilio geknüpft wurde, es wird einerfinderischer köpf aus dem hause Diemeringen gewesen sein, derdie erzählung und damit einen gewissen romantischen nimbus aufeinen seiner ahnherren übertrug, wir können auch noch mutmafsen,wie er diese Ansprüche begründete, die Diemeringer führten imsilbernen Schilde einen roten sparren mit drei goldenen pilger-museheln') und hatten, wie alle gesclilechter mit pilgermuscheln,halbmondon und ähnlichen wappenbildern, selbstverständlich einefamiliensago von einem kreuzfn.hrer: auch herr Beter Diemeringerist im morgenlande gewesen und am heiligen grabe zum rittergeschlagen worden: 124. 340 ff. sie brachten ferner aus ihrerlothringischen heimat, die sie schwerlich vor dem ende des 12 jhs.,wahrscheinlich erst später verlassen haben, ähnliche sagen vonwasserfraucn mit, wie sic hier eine vorfanden, in der Alsatiafür 1854/55 s. 215 ff. trifft man die sage von der perlenjungferam Diemcringcr Salzbrunnen (nr 22) und die von der krystal-lcncn salz fee (nr 2B). wenn sie nun den gemeinem auf Staufen-berg erzählten, dass einer der ihrigen, der kreuzfahrer, daheim einähnliches galantes abenteuer mit einer fee bestanden habe, somochte es iluien nicht schwer fallen, die localsage, aus der vielleichtder namo Berhtolts längst geschwunden und nur noch der burg-herr von Staufenberg übrig geblieben war, für sich zu annectieren.

Dass cs die Melusinensage sei, die' sich an den Staufenbergergeheftet habe, war ein irrtum Haupts 2 ), der mit seiner falschendatierung des werkchens zusammenhieng: denn die geschichte derMelusine ist erst in der zweiten hälfte des 14 jhs. zur aufzeich-nung gelangt, aus der gleichen keltisch-germanischen mythen-

1) Kiudlcr vKn. lat. 8 nr. 94. 2) Zs. f. d. alt. 15, 352.

PETEIt VON STAUFENBEKG.

1L

Wurzel freilich sind die ortcnauische sage und die familiensagodes hauses Lusignan entsprossen, das hat schon TlicophrastusParacelsus 1 ) gesehen, und Fischart, der sich auf ihn beruft, ziehtauch noch den schwanritter als dritten 'spiritus familiaris in ver-gleich. in späterer zeit freilich hat sich die Melusine des ver-deutschten Volksbuches auch in der nähe des Staufenbergs ange-siedelt und die namenlose deutschenymplia oder wasserfrawe)aus der burgsage- verdrängt, sehr lehrreich ist hierfür die vonBBaader in Mones- anzeiger 1834 s. SS mitgeteilto geschichteMelusine im Stollen wald, in der sich Melusine selbstHimmel-Stollens tochter nennt 3 ), der liebhaber der fee ist. hierSebald,der sohn des amtmanns zu Staufenberg, bei dessen hochzeit aufdem schlossebekam auf einmal die decke des saales einen spalt,woraus eiii tropfen in den teller Sebalds fiel, der, ohne dies zuwissen, von der speise afs, augenblicklich aber tot niedersank,man sah zu gleicher zeit einen kleinen schlangenschw r eif sich indie decke zurückziehen, wer jetzt zu der burghöhe emporsteigt,um sich an dem herlichen blick in die waldberge rückwärts undvorwärts ins Eheintal und zum Strafsburger miinster hinüberzu erfreuen, wie ich heuer in der Weinlese, dem hat man obennichts mehr von Peter Diomringer, wol aber von der Melusine zuerzählen, in Fischarts tagen war das ganz anders: er weifs nichtnur vonreimsprüchen und liedern, in denen die sagediesseitsund jenseits des Eheins gesangs- und erzählungsu T eise umgangensei, sondern er beruft sich auch ausdrücklich aufnoch heut le-bendige landsassen um das schloss Staufenberg, welche dieser hiegedachten haudlung gute kundschaft geben, dass sie dieselbige jeund all wegen von ihren vorältern also erzählen gehört.

Die deutsche litteratur bot lierrn Egenolt eine parallele inder geschichte des grafen Partonopier von Blois und der feeMoliur, der Schwester der Melusine, und es ist kein zweifei, dassdie lectiire dieses Werkes bei ihm uachwürkte: schon in der ein-leitung auchKonrad wendet sich an den bescheiden jungdinc,

1) Schriften ed. 1590 bd IX s. 45. 09 f.; vgl. FouquSs Jlusen 1812lieft. 4 s. 198. 2) so nach Paracelsus, Fischart macht daraus eineincer-

fee oder Meervcnus. 3) steckt hierin autscr dem namen der Stolle nochder einer zweiten ganerbenfumilie, der Hummel?

Zwei altdeutsche Rittomifcren. d