Druckschrift 
Zwei altdeutsche Rittermaeren
Entstehung
Seite
XXX-XXXI
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XXX

EINLEITUNG.

soweit, dass er zwar nicht die ausgabe, aber den namen seines Vor-gängers gänzlich verschwieg, als er im j. 1S71 den 'Festgaben fürGustav Homeyer seiner freunde Baseler, Monnnsen und Mi'dlen-lioff s. 27S9 eine neue bearbeitung dos textes mit kurzer ein-leitung einreihte, diese brachte eine .anzahl von emendationen,die des meisters würdig sind, vor allem die unanfechtbare lier-stellung des verses 1778, durch die der ganze Schluss erst ver-ständlich und interessant geworden ist, als ganzes aber steht sienicht auf der höhe seiner früheren ausgaben. auch abgesehenvon metrischen Vorurteilen, von der nichtberücksichtigung derin den reimen zu tage liegenden dialectischen eigenheiten, diebesondere Fedor Bech Germania xvn 70 77 zu rügen fand, be-deutet sie gegenüber Malsmann keinen solchen fortschritt, wieman es von dem namen Haupt erwarten durfte, die hauptbedeu-tung der ausgabe liegt darin, dass wir ihr die aesthetische undhistorische Wertschätzung eines gedielites verdanken, das Mals-manns bearbeitung dem dunkel und der gleichgiltigkeit nicht ent-rückt hatte.

Was nun meinen text anlangt, so bin ich zunächst bestrebtgewesen, ihm alles gute zu erhalten, was Haupt und Bechaber auch schon Malsmann beigesteuert hatten. der apparatlässt deutlich erkennen, von wem eine emendation zuerst vorge-nommen ist. in einer ganzen anzahl von fällen konnte ich überHaupt, in reichlich einem dutzend sogar über Haupt und Mals-mann auf die lis. zurückgehen, aber ebenso oft hielt ich einecorrcctur der Überlieferung für angezeigt, wo meine Vorgänger keinenanstofs genommen hatten, man wird mein verfahren also wederschlechthin als conservativ in dem jetzt beliebten sinne noch alsdas gegenteil charakterisieren können, über eine anzahl vonschwierigen oder lehrreichen stellen gebe ich in der Zs. f. d. alt.38, 95 fl', nähere reclienschaft. wo ich von Haupt abweiche, istdies in den lesarteu ersichtlich gemacht; alle fälle anzugeben,wo Mafsmann gegen die elemente der mhd. grammatik verstölst,wird kein loser von mir verlangen, unter den aufgenommenenconjecturen sind einige, die ich ausdrücklich als notbehelfe be-zeichnet habe: ich empfehle diese stellen ganz besonders der auf-merksamkeit berufener leser. Gustav Roethes namen tragen einige

PETER VON STAUFENI?EUG.

XXXI

!»-eräugen, die ich auf meine Verantwortung den notizen der vonihm inilgelesenen correeturbogen entnommen habe.

Der sprachform habe ich das gewnnd des normalen mittel-hochdeutsch gelassen: was die reime boten, war zu unbedeutend,am eine modification des gesamtbildes zu fordern, und was ich-. vn f. für die Vorlage Rieds erschlossen habe, braucht nochnicht für das original zu gelten.

PETER VON STAUFENBERG.

Über dem texte des PvSt. bat nur scheinbar ein günstigerer-n rn gewaltet als über dem MvO.: bei näherer betrachtung ist.dieser, der nach drei jahrhundorten in fremder mundart noch ein-mal abgeschrieben und so vom untergange errettet ward, besserweggekommen, als jener, den uns ein Schreiber und ein buehdrucker,zwei landsleute und nur 100 und 150 jahrc jünger als der autor,überliefert haben.

Die einzige handschrift, die für uns wert hatte (h), istam 24 aug. 1870 mit den übrigen schätzen der Strafsburger stadt-liibliothek verbraunt: der codex ,Toh. Bibi. B. 91, pap. xv s.,war ein sammelband und enthielt a) auf 139 blättern HeinrichLaufenbergs Spiegel des menschlichen heils, gedichtet 1437, ineiner gleichzeitigen bilderhs., die vielleicht das originalmscr. war 1 );1») auf IG bll. den Ritter von Staufenberg, den Chr. Mor. Engel-hardt hier auffand und unter diesem titel mit ausführlicher be-sehreibung des ganzen codex herausgab: Strafsburg 1S23 2 ); c) auf3G bll. Boners fabeln, geschrieben im j. 14.11 3 ). nach Engel-hardt s. 15 zeigten die drei teile der hs.ähnliches papier, gleiche

1) Engelhardt, Ritter von Staufenberg s. IC IT.; E. Itich. Müller, HeinrichI.onfenberg (Stratsb. Diss.), Herlin 1888, s. 5 ff. 2) mich Engelhardt istder lisl. text. 'bearbeitet', d. h. gekürzt worden in der ausgabe des Wiimler-luirus von 1845 1 412488 (= Achims von Arnim sämil. welke, bd. Xlll);reich au unfreiwilligen entstellungen ist die widerholung des texles in demhüchlcin [von Eckert in Offenburg] Peter Temringcr oder: die sage vombloss Staufenberg im Durbaehlbalc, Raden-lladen 1SU!!, s. 142. 8) Eilgel-

dern s. 53 Pfeiffers ausgabe s. 187. 282.