XLVI
EINLEITUNG.
den listen zwischen Liutolth und Liutolfus usw.; herzog Liudolfvon Schwaben heifst in entlegenen quellen auch 'Leutoldus’; grafLiutold von Achalm bei Ortlieb von Zwiefalten gelegentlich auch'Liutolfus comes’. — den bekannten Reinulf von Alife nennt dieIvchr. 1715G Regenolt.
Natürlich behaupte ich nicht., dass herr Egenolf von Staufen-berg sich in urkunden und briefen gelegentlich 'Egenolt’ genannthabe; aber die Veränderung des namens erschien jedesfalls ihmund seinen ungehörigen so wenig anstöfsig, dass sie unter demdruck des reimes gewagt werden durfte, ein wolf liefs sich indiesem epilog schwer unterbringen — und ein anderes reimwortauf Egenolf gab es eben nicht, konnte doch auch der dichterdes Grafen Rudolf seinen helden nicht anders am versende nennen,als indem er ihm den unreinen reim holt zugesellte, später, alsunreine reime dieser art nicht mehr geduldet wurden, griff man insolcher Zwangslage lieber zu einer kleinen Verrenkung des namen-ausgangs. — die grafen von Ysenburg hatten das schwankenzwischen -bürg und -berg in ihrem familiennamen längst auf-gegeben, als im jahre 1570 einer von ihnen an dem oberhof zuBüdingen die Inschrift anbringen liefs:
Fraw Barbaren seim gemahl dis werkBestellt graf Georg von Ysenberg.und bei ' hern Egenolt’ darf man vielleicht auch noch dies zurenvägung stellen: litterarischer ehrgeiz lag ihm fern, sonst hätteer uns nicht seinen familiennamen vorenthalten; den venvantenn-cgenüber machte er sich wol gar einen scherz daraus, in derletzten zeile, in dem letzten wort des gedichtes mit einer kleinenentstellung seines namens zu schliefsen.
Die beiden einzigen urkundlichen erwähnungen Egenolfs, diemir zugänglich sind, genügen nicht, um ihn bestimmt der familie'von Staufenberg’ schlechthin zuzuweisen: auch die Bock uaa., diedas kelcliwappen führen, nennen sich gelegentlich ohne zusatz nachder bürg, und so wird ja auch der held unseres gedichtes nur v. 50 ff.als ' Beterinan der Diemringer von Stoufcnberg geborn einge-führt, heifst 822 c von Stovfenberg her Petermmd und wird "800.807 einfach z der von Stoufcnberg genannt. 152 f. heifst es aus-drücklich von Stovfenberg was er genant-, unter diesem namen
PETER VON STAUFENBERG.
XT.VII
errang er seine erfolge, die naheliegende Vermutung, dass herrEgenolf vStaufenberg der ratsfamilie der vDiemringen angchürthabe, wird also durch die urkunden nicht widerlegt, ja, auchjener z. j. 1274 und 12S7 nachweisliche, bisher einzige Peter vSt.könnte immerhin ein Diemringer und somit der taufpate des heldengewesen sein, der vorname Petermann ist zunächst eine kosende,vertrauliche erweitemng von Peter, wie sie im kreise der iämilic,weiterhin der gemeiner üblich sein mochte, aber derartige lcose-formen werden wie alle andern im laufe der zeit selbständigenamen, berechtigt in urkunden eingeführt und schliefslich schonin der taufe beigelegt zu werden, es ist nun für die altersbestim-niung unseres gedichtes ein weiterer anhalt, dass diese namenbil-dungen in den Strafsburger urkunden, die ich daraufhin sorgfältigdurchmustert habe, nicht vor dem beginn dos 14jhs. Vorkommen, dafreilich mehren sich auch alsbald die Otteman, Lutzeman, Jlesscman,Fritscheman, lleitzeman, Riilman, Die/mun, Scholtcman und wiesie alle lieifsen. für Peterman stammen meine frühsLen bolege 1 )im StUB. aus den jalircn 1312 (in 218, 14j, 1314 (m 235, lj,1315 (li 280, 12), 1317 (m 203, 34; 200, 28), 1320 (m 340, 33),1331 (in 391, 11). im kreise der ganerbeu treffe ich den namenzum ersten male bei ‘ Peterinan von Widdergrien’ 1418 (Hist.Zariugo-Bad. vi 104).
Der Verfasser beruft sich auf eine schriftliche quelle v. 48. 172.250. 624. das verlangt keinen unbedingten glauben, ist aber dochwol nicht eine leere phrase. die braut des rilters Petermann istnach dem gedieht die erbin von Kärnten, und er soll durch siedort herzog werden (807 ff) als er dann vorzeitig abberufen wird,erklärt sie 1114 ff: was sie ihm an heiratsgut mitgebracht habe,solle seinen verwandten zufallen, das herzogtum Kärnten wirdnicht mehr erwähnt — dem staufenbergischen dichter genügtees, damit zu renommieren, dass einer seiner Vorfahren beinahe ein-mal herzog geworden wäre, tatsächlich aber hat ein frühererbesitzer der bürg, freilich vor de« tagen der ganerbschaft, diekärntische herzogenwiirde besessen: Berhtolt I von Zähringen1001—1073. die erwähnung des alpenlandes in Verbindung miteinem lierrn von Staufenberg, die Jänickemit halbem erfolg für die
t) ich gehe mir verschiedene personell, jedesmal mit ih n evslcn hrh,:;m.