Druckschrift 
Zwei altdeutsche Rittermaeren
Entstehung
Seite
VI-VII
Einzelbild herunterladen
 

VI

EINLEITUNG.

MORIZ VON CRAON.

Die Überlieferung des alteren der beiden gediehte (MvC.)beruht ausschlieEslich auf der groEsen Aml)raser pergamenthand-selirift (li) kaiser Maximilians, die beute unter den kunsthisto-riseben Sammlungen der a. b. lcaiserhauses zu Wien als nr 118(alte nr 73) auf bewahrt wird, in dieser bat es der sclireiber IiansRied, wahrscheinlich im j. 1504, als zweites stück auf bl. ii v v veingetragen: die seiten sind dreispaltig beschrieben, die columnezu GS zeilen, deren linien mit roter tinto vorgerissen sind; dieverso werden nicht abgesetzt, aber eonsequent durch puncto ge-schieden; die zahlreichen (G3) absiitze beginnen auf neuer zoilemit abwechselnd roten und blauen initialen. von MvC. hatdr ThvGrienberger für mich eine sorgfältige abschrift angefer-tigt, die mir gegenüber den oft ungenügenden angaben Mafs-manns und Haupts jede erwünschte Sicherheit bot, aber freilichfür die textkritik direct so gut wie nichts eingetragen hat. inmeinen lesarlen habe ich das einem a ähnelnde umlautszcichcndurchweg mit übergesetztem e widergegeben, den schwankendengebrauch grofser anfangsbuchstaben auf die eigennamen beschränktund den unterschied von i und j, u und v nach moderner weiseschon darum eingeführt, weil die majuskeln hier die Unsicherheitder widergabe noch erhöhten.

Mit der Zusammensetzung der Ambraser hs. hat sich dieforschung noch sehr wenig beschäftigt, ganz und gar nicht mitder anordnung der einzelnen bestandteile resp. Vorlagen, eskann nicht zufall sein, dass dem ersten gröfseren werke, demIwein Hartmanns von Aue, zwei kleinere dichtungen vorangehn,die eine allgemeinere tendenz an der spitze tragen: zunächst bl. i.li 1 * ' das Frauenlob des Strickers 1 ), sodann unser gedieht, das durcheine skizzenhafte geschichte des rittertums eingeleitet wird, und

1) wich dieser hs. livsg. von Kummer Zs. f. d. alt. 25, 290 fl'.; vgl. dazu

jetzt Lamlicl in den Symbolae Pragenses (1893) s. 82 ft - .

MOUIZ VuX CltAUN.

VII

oui jaingi dio-e voranMcllung vonfiaucnlub und rittcrpreis einerriimvolh n ali.-ir lil, so kann ihr urheln-r wider niehl Hans Riedgmurrli sein, di-r iine llueliligc epi.-nde aus der einloitung liesMit'. (v, 230) für d.-n inhali des ganzen ausgibt: seine

n!" r-clnin l.mta nämlieh'): Ion koni<j ,\cro ainem // ud/rich.der tiueh wie ein fituv Swiiiu/er troll sein. Vnd sein MüderU:: r chi..-iden Lesse. von scins fürbitz.' 1 ) die gruppiorung desbrl, iii.t!i ii.il i. -;>. der Vorlagen scheint also vom kaiser selbst, , J,n in L.nnd vlu-n' beiral her/.uriihren.

I j , , ,ij. ,;dd der benni/leii einzchnamiscriptc* und sammelhss.,nie ihr all' r und ihre herkunll würden uns unsere Wiener col-|. -, :i durch eiiidringeiide Untersuchung der orthographischen schwan-l.ungm wie der charaknaisli.-ehen lesefehler des Ambraser Codexgciii*. imtkhiiung verschalten können, mit schlechten abdiückenund noch unergiebigem einzellesarten lässt sich die aufgabe nichthi-i n: da- hat wol der gutgemeinte aufsatz von OZingerle Zs. f. d.all. j7, Uli II'. zur genüge bewiesen, der auf solchen knicken zudem sehlu.-.-o kam (s. 142), das 'heldenbuch an der Etsch, dasul- eine quelle oder Vorlage des Hans Ried bezeichnet wird, habein der haupl-ache ebenso ausgesehen wie die Ambraser hs. selbst,voll diesem urteil will ich heute nur mit aller bcslhnmtheit denMvC. ausnehmen: die hs., aus welcher der Eozäner Zöllner dasgedieht copierte, war ein einzelmanuscript 3 ) dos 1.3 jhs aus West- 'detit.-chland, von der fränkisch-alemannischen grenze, daraufiuhren folgende beobachtungen, die in ähnlicher Vereinigung, so-viel ich sehe, in keinem andern teile des Ambraser eodex wider-kchreti.

a) die charakteristischste erscheinung in den reimen des ge-diehtes ist die alemannische bindung m : 11 . sie ist IC mal be-zeugt und in 13 fällen auch durch den Schreiber zum aus-druck gebracht, der hier gewis nur seiner vorlngo folgte: kan :

1) in roter schläft. 2) im Inhaltsverzeichnis lautet die angabo ausführ-licher: licsa. vmb scins furwilz willen clc. /Inch If'ia Er liom zerstöret,wie Karolus nach Er Störung Rom die humid helzwungnn. Dari zu wie Olifcrvml Rtdannd sich IliUcrlich gehalten haben. J nnd wie Mauritius vonKm lim liehet die Gräfin von Reumundl. 3) jedesfalls enthielt sie keinesiter andern von Iians Itied abgescluiebcncn stücke.