Druckschrift 
Zwei altdeutsche Rittermaeren
Entstehung
Seite
XXXVI-XXXVII
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XXX Vf

EINLEITUNG.'

des wideraufgcfiilidcnon rillen lexIes sind von d;i ausgcgaugcn.und dass das gcdiclif. selbst ein deukmal elsässischer spräche undlitteratur sei, hat JGrimm, Beinhart, fuchs s. cxi bereits richtigerkannt.

Den ersten versuch einer kritischen ausgabo hat Oscar Jänickein den von ilnn, EStcinmeyer und WWilmanns ihrem lelirerMüllenhofl'gewidmeten Altdeutschen Studien (Berlin 1871) s. 1G Lgemacht: er näherte den text von h au das gute mittelhochdeutschan, soweit cs die reime irgend gestatteten, und entnahm d 2 eineanzahl von bosserungon der hsl. Überlieferung, die aber fast nurzu tage liegende fehler betrafen. Jänickcs ausdruck (s. 3 anm.):'der fehler der hs. ist im druck gebessert soll indessen nichtbesagen, dass der druck eine nachbessernde ableitung unserer hs.sei: J. sah wol, dass beide unabhängig waren, hat sich nur auf

eine prüfung des druckes nicht weiter eingelassen.

ln würklichkeit ropracsenticrcn h und d zwei äste der Über-lieferung, die sich schon im anfange des 14 jhs. aus einem bereitsfehlerhaften archetypus abgezweigt haben, dieser archetypus wareine bilderhs. die hs. h hat IG textillustrationen, von denen wir 13durch Engelhardts widergabe kennen, der druck hat deren IS,aber nur 17 verschiedene holzstöcke (8 ist = 15). davon sind'jedosfalls 8 deutlich identisch: h 1. 2 = d 3. 4; h 3. 4. 5d G. 7. S; h 9 = d 13; h 13. 14 = d 16. 17. aus andernbildern der (juelle hat d nur einzelne figuren entnommen, wobeiu. a. der knappe mehrfach als Vorlage für den ritter benutzt ist;nur wenige sind völlig abweichend, ganz weggelassen ist das letztehihi von h: die'braut auf dem woge ins kl oster, diese illustrierte<|uelleuhs. hallo auch bereits die. Überschriften, die in oft überein-stimmendem Wortlaut von h und d überliefert sind.

Sie war aber nicht identisch mit dem original, denn sie wiesbereits eine kleine anzahl von fehlem auf, aus denen ich die fol-genden hervorhebe: die Umstellung der verse 135. 36; die ein-schiebung des sinem. 2G3; das fehlen des in 354; sinne stattsunne 585; die ersetzung des notwendigen reflexivums mich durchein verständliches, aber entbehrliches onch 11.30; vor allem aberdie verschiedenartige entstellung von v. 041. 42, die nur dadurcherklärlich wird, dass im archetypus fehlerhaft .stand:

PETER VON STAUFENBERG.

XXXVII

daz du snlt ein ewip han (st. nemen)die dinen cren mag gezemen.

die beiden Schreiber suchten den fehler, wie es meist geschieht,in der 2 zeile und änderten demgemiifs, d*: die dir gezemetwerder man, und h*: die dinen ereti wol gezan, mit einem prae-teritum, das Jänicke (anm. zu G58) vergeblich zu retten versucht hat.

Die Spaltung erfolgte durch Schreiber, welche noch gewohntwaren, die werke Konrads von Würzburg und seiner Zeitgenossenabzuschreiben und die, leidlich fest in der guten tradition stehend,noch die fähigkeit besafsen, selbst ein paar erträgliche verse ein--zuflicken; denn was ich als Zusätze von h in die laa. zu (4G4.)(524.) 618. G36. (698.) S40. (1061.). gewiesen habe, steht zwarim ganzen nicht auf der höhe des gedicktes und weicht zum teilin der Verwendung grobdialectischer reime vom original ab, re-praesentiert aber doch immerhin eine technik und einen Stil, dernicht der von 1430, sondern reichlich ein Jahrhundert älter ist.wenn ich 232 mit Jänicke die fassung von d in den text gestellthabe: von palmatsiden rosevar, so habe ich es hauptsächlichgetan, weil der vers so buchstäblich = Schwanr. 120 ist; aberauch das wunneoar von h*, auf welches wunebar li zurückweist,ist ein eigenster ausdruck Konrads von Würzburg, für den dieWörterbücher nur noch einzelne belege bei dichtem des 14 jhs.bieten, wenn der reimvers zu v. 289 (do er die schäme alleinevant ) nach h lautet sin herz dnrchschoz der minne brant, nachd an die aller wünsch was gewant, so gehören beide Wendungenglcichmäfsig dem höfischen stil des 13/14 jlis. an: dass der Ur-heber des drucks von 1483 seine phrase nicht neu eingoführthat, ist selbstverständlich, wenn sie nicht etwa gar echt ist, sowird sie doch jcdcsfalls im 14 jh. eingedrungen sein.

Die beiden Versionen gehn nun soweit auseinander und sinweisen beiderseits so viele und so böse fehler auf, dass ein anderesverfahren als ein eklektisches hier nicht möglich war. wie dertext h auch bei Jänicke oft den baren Widersinn bietet, das habeich in dem oben s. v citierten aufsatz ausführlich dargelegt., nach-dem h und d durch Engelhardt und Culemann allgemein zu-gänglich geworden sind, muste im Interesse der littcraüurgeschichteder versuch gemacht werden, zu dem alten gedickte selbst vor-