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Zwei altdeutsche Rittermaeren
Entstehung
Seite
XXXVIII-XXXIX
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XXXVIII

EINLEIT UNO.

zudringen. dass icli im einzelnen liier und da fehlgegriffen habe,glaube ich gern, dass ich aber im ganzen ein gut stück weitergekommen bin als mein Vorgänger, das wird man mir gewis zu-geben.

Am wenigsten befürchte ich widersprach -wegen der aufnahmcdes Schlusses aus d: dass dieser echt sei, haben Scherer Gesell,d. d. litt. s. 775 und Bartsch in der Allgem. d. biographie 5, Cll')bereits hervorgehoben, und es lässt sich beweisen durch mehrfacheanklänge: die anrede an die 'jungen leute erscheint hier amSchlüsse v. 1166 als Wideraufnahme von v. 32; die verse 1175. 76widerholen eine lieblingswendung des dichters: vgl. 68 f. 528 f.7S2f. 1080 f.; man beachte dabei, dass sie niemals ein reim-paar füllt, sondern sich stets auf zwei verteilt, metrisch undstilistisch (vgl. bes. 1169 ff.) steht dieser Schlussabsatz durchausden besseren partien des gedichtes gleich.

Wir haben also den namen des dichters gerettet: ernannte sichher Egenolt denn das Eckenolt von 1483ist eine form, die man um 1300 noch nicht kennt, eine an-lelmung an namen wie Ecke-hart aus einer zeit, wo man be-reits zu Arnoll die koseform Nolie bildete, also auch den altenAgin-wakl, Egen-olt längst falsch getrennt haben wird,herEgenolt' war ein adlicher, ein ritter aber wie merkwürdig,dass er um 1300, wo die familiennamen längst feststanden, derlitterarischen Öffentlichkeit seine herkunft vorenthielt?! nichts liegtnäher als anzunehmen, dass er selbst dem geschlechte, oder sagenwir gleich vorsichtig: dem gcschleehterverbandc angehörte, aus demer sich den lielden gewählt hat, dass er also ein Egenolt vonStaufenberg war. darauf ist lange vor mir schon Joseph Bader 1 2 * * * )verfallen, und in der tat erhalten wir so die einfachste erklärungfür noch eine andere auffällige erscheinung. dass unser gediehtvon noch nicht 1200 versen in derjenigen hs., auf die unsereganze Überlieferung zurückgeht, mit 16 anspruchsvollen bildern

1) freilich liest man im Koberstem I 6 341 wider, dass das werk voneinem 'unbekannten elsüss. dichter herrühre! 2) Badeuhl jahrg. 1858s. 352 ; ich bin erst unmittelbar vor ubschluss meiner eiuleitung mit diesemfür die gcsehichtc der bürg Staufenberg recht wichtigen aufsatz bekannt ge-worden.

PETEJl VON STAU EEN BE HO.

INI.

geziert war, ist ein beweis, dass es der Verfasser zunächst nichtfür das grofse publicum, sondern für einen engem kreis be-stimmte, aus dem es dann freilich seinen weg auch in die weitegefunden hat. dieser kreis war die familie oder vielmehr derverband der ganerben des Schlosses Staufenberg in der Ortenau.herr Egenolt, der vermutlich zu den älteren herren des Verbundesgehörte, wandte sich vorzugsweise an die jungen leute dieses kreises,denen er das bild des nhnherrn als einenrechten adelsspiegel,wie Eischart sich ausdrückt, hinstelltc. seine jugend war wolin jene zeit gefallen, wo in Strafsburg nach dem stürze bischofWalthers von Gcroldseck eine neue blühte des adels und derritterlichen künste auch der litteratur günstig gewesen war. dermodedichter des ausgehnden 13 jhs'), Konrad von Würzburg istes, dem er, wie uns Jänicke gezeigt hat, seinen stil und zahlreichereminiscenzen verdankt, und während er sich höflich verbeugtvor den damen der Ortenau, deren preis unversehrt ist, dievorwandel beliuot sind (54ff.), richtet er an die jungen männerseines kreises eindringliche mahnworte. wir müssen uns nundenken, dass herr Egenolt das originalmscr. seines werkchens einemSchreiber und einem illustrator übergab, die zunächst eine illu-strierte reinsehrift, unseren archetypus, und weiterhin widmungs-exemplare für die verschiedenen zweige der reichgegliederten gan-erbschaft anzufertigen hatten, ich betone hier ausdrücklich, dassjene frühzeitige Spaltung unserer Überlieferung, die ich oben con-statierte, möglich ist, ja wahrscheinlicher wird bei der annnhmoeines und desselben sclireibors für h* und d*. eben so ein be-rufsmäfsiger copist, der vielleicht schon vorher manches werkKonrads von Würzburg abgeschrieben, hatte 2 ) und jetzt in die

1) 1299 erscheinen urkundlich zwei brüder Dietrich und Engelhard,söhne des elsässischen ritlrrs Friedrich vom Wasichcuslcin (Kindler von

Knoblocli, Das goldene buch von Strafsburg s. 400). derEngelhard gehört

höchst wahrscheinlich zu den in Strafsburg in den GOcr und 70er jahrenentstandenen werken des KvAV; diese art der namengebung nach einem be-liebten höfischen gedieht kommt im ausgehnden ma. öfter vor: so heifsen

1430 die kinder Konrads von Dachau (Mon. Boiea X 59-7) "Wilhelm und

Omelcy, nach dem romnn des Itudolf von Ems. 2) die Stratburger Job.Bibi, enthielt unter A 90 den Trojanerkrieg Konrads, unter A 100 seinen hl.

Alexius, in A 94 das Ilerzmturc (und die Halbe birnc).