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Zwei altdeutsche Rittermaeren
Entstehung
Seite
XXVIII-XXIX
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XXVIII

EINLEITUNG.

mul clor merkwürdige man gerangen v. .1062, den Haupt nurdurch einen unstatthaften rührenden reim zu beseitigen vermochte,erklärt sich vielleicht als misverständnis eines om chailif, eines'armen schlucke« der Vorlage.') für die frühlingsscliilderungv. 1079 (P. lassen sich in der französischen poesio parallelen genugnaehweisen, der deutschen diehtung war so etwas noch nicht rechtgeläufig, aber der Verfasser war kein ängstlicher Übersetzer: dasselten wir vor allem an der cinleitung, die vielleicht, einer anregungder Vorlage folgte, im übrigen aber sicher frei ausgcstaltet ist. dieskizze einer geschickte des rittertums lehnt sich an den eingangvon Chresticns Cliges an"), in dem bericht von Troja v. 20 ff.sahen wir reminiscenzen aus Benoit de Stc More, und der wunder-liche einfall, die greuol des Nero breit auszuführen, geht auf dielecf.iire der Kaiserchronik (v. 40934154) zurück, an die sichauch noch rcimankliinge finden. -1 ) ein compositionstalent war unserlandsmann sicher nicht: das zeigt diese einlei tun g und das zeigtauch der unverhältnismäfsig breite, fast ein sechstel des gesamt-umfangs einnehmende bericht über ausrüstung und fahrt des land-schiffs. ja, ob nicht diese partie, die im fablcau fehlt und im MvC.nur den wert, einer episode hat, seiner ausfülirung oder gar seiner er-'findung angehört? ein schiff auf rädern konnte der Verfasser, der dieVorbereitungen mit grofser lebhaftigkeit, wie angeschaut, schildertund dabei sich nur weniger fremdwörter bedient, vielleicht am Nieder-rhoin einmal kennen gelernt haben, ich denke dabei weniger anjenes aus dGrimms Mythologie s. 237 bekannte schiff vom j. 1133,das Haupt s. 30 heranzieht, als an einen Vorgang, der 100 jahrespäter fällt, im mal 1235 wurde, die dem kaiser Friedrich ii inabsentia angetrante prinzessin lsabel von England von den Köl-nern äufserst fosllich aufgonommen. in der Schilderung desempfanges, welche Matthäus Paris gibt, findet sich folgenderzug, der dem von ihm ausgeschriebenen Roger de Wendower(MG. SS. xxvm 72) fehlt, MG. SS. xxvijt 130, 33ff.: Advcne-rml etiam per exeogitalum ingenium naves quasi remigantes per

1) neben chaUif 'elend, unglücklich hat das alrz. noch ckailivesongofiingnis, das misverständnis war also auch ohne etymologische befangen-lioit möglich. 2) EMartin Zs. 36, 203 1; die Übersetzung Konrad Flecksliat er schwerlich schon gekannt. 3) vgl. meine ausgahe der ICehr. s. 75.

iMOIUZ VON ClAON.

XXIX

nridam, cquis nbsconditis et tectis scricis coopertorih Was tra-hentibus; in quibus navibus clerici suaviter modul'antcs cum or-ganis bene sonantibus audientihus inauüilas cum stupore fecentntmetodiäs. in dieser Schilderung treffen wir fast alles wider, waswir von dem schiffe des Moriz von Craon her kennen, nur die7.ügc fehlen, welche dieses als das fahrzeug eines turnierritters aus-zeichnen. wir dürfen vermuten, dass die Vorfahren unserer enr-nevalsfrohen Kölner den sinnreichen scherz nicht damals erst er-funden haben: aus den Worten des mönches von St, Albans aber,der ein vertrauter könig Heinrichs m, des bruders der kaiserinlsabel war, hören wir ein erstaunen wie über etwas nie gehörtesheraus, der deutsche dichter mag also immerhin am Niederrheinoder in Köln selbst dessen rheinschiffe ihm ja nach v. 641nicht unbekannt waren etwas ähnliches gesehen und es dann,noch etwas phantastischer aufgeputzt, seinen oberrheinischen lands-leuten als das neuste product französischer erfindungsgabe ge-schildert haben, dass er sich nicht scheute, allerhand kleinerereminiscenzen anzubringen, habe ich oben an den 'galioten 5 undan 'Vulcanus- und Cassandra gezeigt und weifs man längst ausder stelle über Heinrich von Veldeke (v. 1161 ff), hinter derhöchst wahrscheinlich, eine ähnliche confusion steckt, wie hinterden beiden erstgenannten.

Es bleiben mir noch wenige worte zu sagen über die älterenAusgaben und mein Verhältnis zu ihnen, das gedieht ist zuerst1 ^50 unter dem wunderlichen t.itel' Mauritius und Beamunt bekanntgemacht worden von IEPMassmann in vdllagens Germaniaix 103135: nach einer schlechten abschrift, die schwerlich vomherausgeber selbst horrührt 1 ), und in einem normalisierten mittel-hochdeutsch, das von unformen wimmelt, gleichwol hat M., dessenSprachgefühl weit verlässiger war als seine grammatischen kennt-nipso, eine grofse anzalil von textverderbnissen, und nicht nur dielwehlercn, richtig erkannt und beseitigt, ein jüngerer herausgeberlial die pflicht dies anzuerkennen, bei Moriz Iiaupt gieng derWiderwillen gegen Mafsmanns durch und durch unsaubere arbeit

1) ich habe Mafsmanns copien immer sehr zuverlässig gefunden; mitdem corrigicren des gedruckten gab er sich weniger mühe.