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Zwei altdeutsche Rittermaeren
Entstehung
Seite
XXVI-XXVII
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XXVI

EINLEITUNG.

gaben in den lyrischen gedicliten Morizens der anlass gewesenseien, ihn zum beiden dieses romantischen liebesabenteuers zumachen, nachdem wir in dem werke von GRaynaud einen zu-verlässigen überblick über den erhaltenen bestand des französi-schen minnesangs besitzen, wird man diese frage verneinen oderablehnen müssen: für fernerstehende werden seine gedickte schwer-lich den anreiz enthalten haben, nach der person und den erleb-nissen des dichters zu forschen.

Und doch glaube ich, dass es eben der dichter gewesen ist,( dem man die phantastische fahrt, das glänzende turnier und daspikante nächtliche abenteuer zuschrieb, und wenn der deutschenacherzähler von dieser eigenseliaft seines helden gar nichts weifs,so ist das nur ein beweis mehr dafür, dass nicht erst er die ge-schielitc an den namen des Moriz von Craon geknüpft hat. waswissen die volksballaden vom edeln Möringer, vom Brennenberger,vom Tannhäuser noch von der poeteunatur der helden ? und dochwird niemand zweifeln wollen, dass es grrade sie gewesen ist, dieeine herrenlose anekdote angezogen hat. die Persönlichkeit einesdichters und ganz besonders eines minnesängers übt auf vagierendemärchen- und novellenstofie nun einmal eine besondere anziehungs-kraft aus. es waltet gewis kein literarischer Zusammenhang, wennman das 'herzmiere' in Frankreich an den castellan von Coucy,in Deutschland an Reinmar von Brennenberg geknüpft hat,aber dass es dort ein troubadour und hier ein minnesänger seinmuste, ist doch w r ider nicht ganz zufall.

Was also die quelle des deutschen gedichtes angeht,\/i so halte ich es für feststehend, dass eine uovelle, welche die namendes c mesire Maurice de Craon' und dervicomtesse de Beaumontnannte, nach Deutschland gelangt ist: wahrscheinlich unter Otto iv,aus England, bald nach 1210. der held hatte an jenem liofegelebt, wo Bernhart von Ventadorn die königin Alienor, Bertrande Born die herzogin Mathilde besungen hatte: die grofsmutterund die mutter des welfiscken kaisers; er war ein vertrauter dienerseines grofsvaters könig Heinrichs u gewesen, ob man sich aucherinnerte, dass der gemahl der vieegriifin von Beaumont geschwister-kind des ersten Plautagonet war? man hat wol keinen anstolsdaran genommen.

MOI1IZ VON C1IAOX.

XXVII

Wieviel erlebtes in der geschickte drin steckt, werden wirniemals erfahren, ich habe schon oben angedeutet, dass die haupt-/üge der erzählung bereits vereinigt waren, ehe sie an Moriz von(Y.mn geknüpft wurde, auf diese ältere namenlose anekdote-g. ii die ähnlichkeiten der Situation vor allem zurückgehn, welcheK.Mariin 1 ) sehr klar in dem französischen fableauLe revenant

(Meun, Nouveau recueil l 174; Montaiglon et Raynaud, Reoueilgeneral vi 138 und verdunkelt 2 ) in dem fraginenl einer nieder-dmit.rchen erzählung (bei Esckenburg, Denkmäler nitritseh. dichlg.r. 20711.) gefunden hat: die letztere ist übrigens nur einend. Umschrift,der hochdeutschen noveile, die unter dom titelFrauentreue zuletztim Gc.-ammtabentcuer als nr. xm (i 2G1 Hl) gedruckt ist. in dieserdein.-dien erzählung sind offenbar zwei verschiedene novcllcn-molivc, beide verblasst und entstellt durch mündliche, prosaischeÜberlieferung, mit einander verschmolzen, für den ersten teil deruovelle, wo der riüor scheinbar sinnlos in einem seidenen homriezum turnier erscheint, hat schon vdllagen eine quelle naeh-gewiesen, die uns lehrt, dass es sich hier um das hemd der ge-liebten dame handelt.

Ich glaube in dom deutschenMoriz von Craon' hier undda noch das französische original durehschimmorn zu sehen: die Vnamen dos helden wesire Maurices de Craon (vgl. v. G21 minher Mauricius von Craün) und seiner dainc, la ricoiules.se delleaiunont (vgl. 272 diu (jrcevin von Beumunt) mochten darin sogut wie gelegentlich im deutschen einen vors füllen, v. 021 f. Craun:

jurzun könnte sogar einen reim des Originals herübernehmen,

1) Quellen mul forschungeu 42, 28. die Untersuchung liier weiterzu-fuln-en crsclieiut verfrüht, solange wir aussieht hüben, die or igi nnl n o vel lein einer interpolierten hs. der Pisciplina elerienlis uiifzuliiideu:mit jenem Pierre dAnfol nämlich, den das fableau am Schlüsse nicht alsMinen Verfasser, sondern als denjenigen nennt, der die gesehichte in lehr-hatnr ahsieht erfunden habe, ist nach der plausiblen annahme der Hist,litt, de la France xxin 113. 17C (der die herausgeher des Nouveau recueilt.-lgen) kein anderer gemeint als Pierre dAlfonse, Petrus Alfonsi. in Vnl.

Vlnuidis ausgabe der Diseiplina clericalis freilich und ebenso im Chastie-uent d'un pSre a son fils sucht man die erzählung vergehlieh; aber die'irr andern afrz. Übersetzung sind noch wenig, die des lalein. miginalsi.'s-l! fiel gm- nicht dim-hfnr.sehl. 2) Zs. f. d. all. illi, 2u:i.