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Zwei altdeutsche Rittermaeren
Entstehung
Seite
XII-XIII
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XII

EINLEITUNG.

stimmt sic im nusdruck zu Herbort v. 55, wo cs von Dares heifst:wen er da mit was gewesen, und wie hier : lesen, so reimt dort: las.die am meisten hervortretenden 5 söhne des Priamus werden imMvC. und von Herbort in der gleichen reihcnfolgo aufgeführt

MvC. 20 ff.

Eclor linde Paris,Elcnus and Deiphebus')und ir bruoder Troglus

Herbort IG65 ffDer sunc hiezzen dn alsus:Eclor, Paris, Elenus;

Der ficrde. Mez DeiphebusUnd der fünfte Troglus.

und diese reihcnfolgo weicht von Benoit (v.2921ff), Dares (ed. MeisterG, 1) und der antiken Überlieferung (Apoll. 3, 12, 5 ff) insofernab, als sie den Deiphobos und Helenos umstellt, aber das musszufall sein: es gibt eine stelle, die deutlich beweist, dass der autordas französische werk des Benoit de Ste More im äuge hatte,denn nichts ihr entsprechendes findet sieh weder in dessen latei-nischer quelle, dem sog. Dares (vgl. Meisters ausgabo 1, 11. 14, 9.52, 4), noch in der deutschen Übersetzung ITerborts (v. 55 ff),von der entstehung deracta diurna (nur diesen anlialt gab ihmdie quelle, ed. Meister 52, 7) besitzt Benoit eine ziemlich lebendigeVorstellung, und diese hat sich dem verf. des MvC. unter deut-licher beWährung des ausdrucks eingeprägt:

Benoit v. 89 ff. MvC. v. 37 ff.

Chi Daires qne vos ci oez Dares der dd ( mite ) was,

90 Fit de Troie norritz el nez,

Dedrnz esleit,

ICO En gregois en rscrisl lesloirc.Chascim Jur isst iescriveilCovi il a ses ielz le veeit.

Tot qnanlil /'es ei ent lo Jor,On en balaillc ou cn eslor,

105 Tut escriee.it la noit apres.

diese directc kenntnis eines frabei einem dichter nicht wunder

der die naht sc/ireip unde lasswaz des lages da gosckach,40 a/s erz mit on gen ane sack,

:zösischen litteraturproducts kannnehmen, der von der hauptquelle

1) diese form ilcs immens, ilic schon in den liss. des Intern. Dares nnf-tunclil (für Dei/i/niliiis über Deip/ioehiis) mid durch die liss. des Benoit

und llcrhort durchgeht, hätte ich dem hsl. Viephebus entsprechend iu den

tevl setzen sollen.

MORIZ VON CR AON.

XIII

seiner crzählung abgesehen auch noch den Cliges des Christianvmi Troves gekannt und dessen cinleitung für die seinige ver-wertet hat. (EMartin Z=. f. d. all. 3G, 203 f.). möglicher weisewurde ihm diu bekniHiGelinft dis umfangreichen welkes sogardurch di- g'.i.'he |MTsönlichkeit vermittelt wie dem landgrafonIhrmunn: denn eben aus jener gogend, in der wir die hehnatunser.-s aut«as ge-iteht haben, von einem pfälzischen grafen vonI hiiugwt erhielt der landgraf die handschrift zugesandt, die erd.m ll-rhoit lihergab (Herbert v. 94 f.). die grafen von Leiningen,Fti.-Iri- h, mit dem spätestens 1220 die alte linie im mannesstammenu>-t.irb'), und sein liruder Emicho, gehörten zu den standhafte--t< n nnhangern Ottos iv: beide zogen sie dem kaiser 1210 nachItalien zu), und Emicho erscheint sowol 1211 an der Seite despfalzgrafcn Heinrich als 1212 bei Otto in Hagenau 1 * 3 ), kaiserOtto aber ist eben in jenen jahren allen wirren der politik zumtr'.tz der liltoratur nicht abhold gewesen: er liefs sich nicht nur1 11 (oder 1212) die Widmung der Otia imperialia ') des Gervasiusvon Tilbury gefallen, sondern veranlasste auch um dieselbe zeit,bald nach dem erscheinen des Wigalois (Gott, geh anz. 1882 s. 32),( inen kölnischen dichter zur abfassung des Herzog Friedrich vonder Normandie, zu dem werke des Benoit aber hatte Otto, der diemütterlichen beziehungen zu den Plantagenets eifrig pflegte, viel-leicht ein näheres Verhältnis: es war, etwa 50 jahre früher, seiner"i'ofsmutter, der königin Alienor von England gewidmet worden.

Dürfen wir dem dichter einige Vertrautheit mit der französi-schen und deutschen litteratur das letztere wird sich nochweiter bestätigen und fühlung mit den der poesie geneigtenhöfischen kreisen Zutrauen, so gewinnt seine Stellung zur Troja-dichtung an bedeutsamkeit. er lässt widerholt durchblicken, wel-

1) Ellrinckmeicr Genealog, geschickte des kauses Leiningen l (1S90)öl f.; ungenau 1UI3 iv 59 ff. 2) EWinkelmann Philipp von Schwabenmul Otto iv von Braunsohweig XI 23G; gilt dieser 'fahrt gen Fülle das liedUMS i 2G? 3) ebda 281 anm. 1, 301 anin. 3. 4) den titcl, den dies

werk in einer hs. des 14 jhs. führt, 'Solatium imperatoris, hat Winkel*manu, der Um als den ursprünglichen verficht, aao. 290 (vgl. 502) recht un-passend mit 'Kaisertrost übertragen: das mint, sohtlinm ist ebenso wieallfranz. prov. solazvergnügen, Unterhaltung, kurzwcil, vgl. Ducange s. v.:die beiden titcl laufen also auf das gleiche hinaus.