Druckschrift 
3,2 (1819) Die Kämpfe der Christen wider Nureddin und Saladin bis zum Verluste von Jerusalem im J. 1187
Entstehung
Seite
7
Einzelbild herunterladen
 

Kämpfe Nureddins wider die Christen. 7

re. Die Franken aber setzten die Derennung und Belagerungder Stadt und das Stürmen gegen sie vermittelst des Thurmesgleichwohl so lange fort, bis ihnen endlich das Eindringenin die Stadt von der einen Seite der Mauer möglich wurde,woraus sie die Mauer nicderwarfen und in die Stadt ein-drangen. Von beyden Seiten wurden zwar viele getödtet;endlich zwang aber die Noth und die Unmöglichkeit des lan-gem Widerstandes die Muselmänner um Frieden zu bitten,welcher ihnen auch bewilligt wurde; und wer wegkommenkonnte, begab sich zu Lande oder Wasser nach Aegypten undandern Gegenden. Es wird behauptet, daß in diesemPlatze von Kricgsbedürfnissen und Geld und Mundvvrräthennoch eine unermeßliche Menge vorhanden gewesen sey.

Man erzählt, daß die Nachricht von diesem Verlustegroße Betrübniß und Beängstigung überall hcrvorgcbrachthabe; aber Dank sey Gott, welcher den nicht verstößt,welcher seinen Rathschluß durchdringt und den nicht ver-wirft, an welchem sein Wort besiegelt wird, indem diesesgleichwohl erfüllt und.vollbracht wird.

Jahr 549.

Aus Ebn al-Athir: Zn diesem Jahre bemäch-tigte sich Nureddin der Stadt Damascus und entriß sieihrem bisherigen Herrn Modschircddin Abek. Was aberNureddin bewog die Besitznahme davon zu beschleunigen,war, daß die Franken im vorigen Jahre der Stadt Askalonsich bemächtigt hatten, der festesten und schönsten Stadt vonPalästina. Als die Franken die Stadt belagerten, warNureddin sehr betrübt, daß er nicht im Stande war, siedarin zu stören, weil Damascus auf dem Wege lag und erkeine andere Straße hatte, um in die Mitte des Landes derFranken einzudringen. Das Reich der Franken hatte aber