zi6 Geschichte dev Kreuzzüge. Buch IV. Kap. V.
2-^Thr. Gewalt zu bleiben, bis das Lösegeld für sie bezahlt würde;und Saladin gebot ihnen, mit weitern Bitten ihn nicht zubeschweren.
Dagegen war der Sultan wieder von großer Mildegegen die Frauen und Töchter der Ritter und Bürger, wel-che in der Schlacht von Hittin waren gctödtet oder gefangenworden. Denn als sie nach ihrer Loelaffnng mit Thränenund Wehklagen seine Gnade anriefen, wurde sein Herzerweicht und er gab ihnen ihre Vater oder Ehemänner zurück,so viele deren in seiner Gefangenschaft waren, und be-schenkte die verwittweten und verwaisten reichlich, jede nachihrem Stande Bey fo vieler Milbe brachte alles vonden Christen bezahlte Lösegeld dem Sultan nicht mehr ein,als zweyhuudcrt und zwanzig Tausend Byzanrien; undauch von diesem Gelbe blieb ihm selbst nichts, weil er estheils an seine Emire und die ihn begleitenden Gelehrtenverschenkte, theils anwandte zur Gcleitung der nach Lyrusabziehenden Christen
Denn für die Christen, welche sich losgckauft hattenund nach dem Christlichen Lande zogen, sorgte Saladin auchauf ihrer Reise mit Vebachtlichkeit. Weil ihrer so vielewaren, daß sie nicht wohl auf Einer Straße ziehen konnten,so thcilte er sie in vier Haufen und gab deren Führung andie Tempelherren, die Ritter des Hospitals, Balian und denPatriarchen Heraklius, und wies ihnen drcy verschiedeneStraßen an, also daß der Patriarch und Balian auf einerStraße zogen. Auch gab er jedem dieser Haufen fünfzig
I 3 Z) Besonders Hugo Plagen er-zählt sehr ausführlich von allen die-sen Beweisen der großen Milde dcSSultans gegen die unglücklichenChristen/ S. üi 8 flgd, Vgl. Lern.N'Ues. e. itich
izö) Bohaed. S. 174. Nach Abul-feta l,S- 84) entging dem Sultanein großer Theil des LöscgcldcS da-durch, daß die Christen seine Einneh-mer zu hrirügen wußte».