r;6 Geschichte der Kreuzzüge. DuchlV. Kap.IV.
Lehettsmanncr zu unterwerfen. Sie riechen dem Grafennach Liberias zurückzugehn und verhießen, ihm auch ferner-hin redlich beyzustehen, so weit es ihre Pflicht gestaltenwürde auch sich eifrigst dafür zu verwenden, daß die fürdie Vcrrheidigung des Landes aufgewandten Kosten ihm er-stattet würden. Sie bcharrten auch Key dieser Meinung,vbschon Raimund alle Beredtsamkeit aufbot, um sie zu über-zeugen, daß sie durch Eid und Pflicht gebunden waren,keinem andern Könige von Jerusalem zu gehorchen, als einemvon den vier hohen Fürsten ernannten, welchen nach demVertrage das Recht zustände, über de» Thron zu bestimmen.Nur Balduin von Rames bcharrte in seinem Hasse undWiderwillen gegen Veit, und trat deshalb der Meinungdes Grafen Raimund bey.
Als aber alle übrige Barone nach Jerusalem sich bega-ben, um dem Könige zu huldigen, ließ Balduin auch seinenSohn mitziehen. Doch zu seinem großen Verdrusse wollteder König dessen Huldigung nicht annchmcn, wenn nichtauch der Vater den schuldigen Leheneid leistete. Durch dieBesorgniß, daß der König seine Herrschaft als offnes Leheneinziehen würde, ließ sich Balduin zur Nachgiebigkeit bewe-gen; aber er leistete den Eid auf eine Weise, worin seinheftiger Groll sich offenbarte. Er trat vor den König ohneihn zu grüßen und sprach; König Veit, ich schwöre euchals einer, welcher kein Land von euch begehrt. Auch küßteer nicht des Königs Hand, wie es Sitte war. Dann ließer seinen Sohn huldigen und die Belehnung nehmen, undübergab ihn und seine Herrschaft der Fürsorge seines Bru-ders Balian von Jbelim; er selbst aber begab sich zu demFürsten von Antiochien, welcher ihn gern aufuahm undihm mehr Land verlieh, als er im Königreiche verlassenhatte.