L;4 Geschlchte der Kteuzzüge. Buch IV. Küp. IV.
Die Barone z» Neapolis vernahmen die Kunde von di«scr Krönung zuerst durch einen Ritter, welcher als Mönchverkleidet von dem Grafen von Tripolis Nach Jerusalem ge-schickt und von dem Aufseher des Krankenhauses an der Mauerdurch eine Pforte in die Stadt eingelassen war, und dannselbst die Krönung angesehen hatte. Als dieser in der Versamm-lung der Barone Bericht erstattete, rief Balduin von Na-ntes im Zorn die bedeutungsvollen Worte ans: Der soll keinJahr König von Jerusalem seyn '"). Dann wandte er sichan den Grafen Raimund und die übrigen Barone mit denWorten: Ritter, thut euer Bestes, um das Land zu retten,denn es ist verloren; ich aber werde zurückkehren in die Hci-math. Denn ich will Nicht die Schande auf mich laden,bey dem Verluste des heiligen Landes, welches unsere Vor-fahren mit so herrlicher Tapferkeit erworben und beschirmthaben, gegenwärtig gewesen zu seyn; ich kenne den Beitund weiß, daß er lieber den verworfensten Menschen sichüberlassen wird, als cucrm heilsamen Rarhe folgen. DerGraf Raimund aber sprach ihm Much ein, beschwor ihn,in dieser Zeit der Noch seine Waffenbrüder nicht zu ver-
ändern Fürsten des Landes die Krenszugewandt Kaden. Cs wäre auchnon iknen die Gräfin Sibylle anf-gcforderr worden, sich oon Veit Zutrennen und einen andern Geniaklzu wäkicn. Sibylle hätte ste dannauf folgende Weise belrogen. Siehätte fick oon ihnen mit eitlem feyer-üchen Eide versprechen lassen, denje-nigen, weichen sie wählen würde,ohne Schwierigkeit als König an-merkennen. Nach diesem Eids wäredann bei, der Krönung das geschehen,was auch die andern Schriftstellerberichten. Alle Umstehenden wären«her das Benehmen der. Königin
sehr betroffen gewesen, hätten aberwegen ihres Eides nicht gewagt ziiwidersprechen, sondern der Patriarchhätte dem Könige Veit die Salbimgcriheitt und das Königliche Paarwäre voll den Templern in den Parlast des Tempels cingefühitt, wo itztnen das feyerlirhc Äröniingüinahlsey bereitet worben.
io) Nach Lernt« ist. INlecrur. lo. r/,Z)sagte auch der eigene Bruder des Kö-nigs Veit, Gaufricd (Bisrhoff voNLidda), als er dessen Erhebung ansden Thron vcrnahm: „Nun, da cdeinmcil König ist, kann er auchnoch der Herrgott werden."