218 Geschichte der Kreiizzüge. Buch IV. Kap. III.
2. Ehr.ri3Z.
so überdrüssig, und vertrante so wenig ihrer Treue, daßer nicht darauf dachte, die Stadt zu vertheidigen ; sondernnur unter erträglichen Bedingungen sich zu unterwerfen; erschloß mit Saladiu einen Vertrag, wodurch er das Fürsten-thum Äleppo ihm überließ und dafür die Städte Sandschar,Nesib'N, Chabur, Rocca und Sarudsch als zinsbares Für-stenkhum erhielt, unter der Bedingung, dem Sultan überallund zu jederzeit, wo er es verlangen würde, mir seinen Scha-ren beyzustehcn. Diese Verhandlungen wurden so heimlichgeführt, daß die Emire und das Volk von Aleppo nichteher davon etwas vernahmen, als nachdem der Vertrag abge-schlossen war. Wiewohl anfangs viel gemurrt und Emad-eddm selbst von den Kindern mit Schmähungen verhöhntwurde so fügten sich gleichwohl die Emire; und
zwcy aus ihrer Wrte begaben sich z» dem Sultan, um mitihm die Bedingungen der Unterwerfung zu verabreden, undleisteten ihm dann die Huldigung im Namen der Emire undBürger von Aleppo; worauf Saladin am 27 Junius
12 z) Vollkommen in Uebereinstim-mung mit den MorgenländiscbsnSchriftstellern erzählt Wilhelm vonTpruS (t. v.) von Emadeddin : „Miss-.e1»m le^Llinne adsguc UslLpiensirimeon5vie,r,m vnm SLiastLstnuo pLcieer-tur, in rcststieo srUi Lomal et g.iihns-ci^m alirs vpxistie, gnornm „anuna
n-rer." Die Knaben auf den Straßensangen ihm zum Hohn die Worte:,,Ia U:n,,r dir» n»ied iw 8»n<1-eclrsr," weiche den doppelten Sinnbaden: „v Esel, du hast verkauft
Haled für Sandschar" und: ,,v Esel,du hast verkauft die siche Milch fürdie saure." adult, 6. p. eü. NachAbulsaradsch l.Irion. a^r. i>. g,u)
Sefestigle da- gemeine Volk von
Aleppo vor seinem Palastc ein Rohrund ein Tuch und schrie: „o du wei-bischer Mann, dir geziemt eS dieHemden zn waschen, nicht aber zuherrschen. " Alnilfaradsch führt eini-ge nähere Umstände von dem Unge-stüme der Emire in Aleppo an. Un-geachtet Cmadcddin die Stadt ganzleer gefunden batte, und das Landumher in der Gewalt Salablns war;so begehrten die Emire gleichwohlvon ihm mit Getreide versorgt zuwerd n und einer von ihnen, demer auf die ungestüme Forderung vonGeschenken erklärte, daß er selbstnich !0 bade, gab ihm die freche Ant-wenn: verkaufe den Schmuck deinerGemahl!,, und gib unS, twaS dudaraus losest.