r78 Geschichte der Kreuzzüge. Buch IV. Kap. III.
. Ck,r. Es ward bald kund, daß der Graf Philipp nicht ein-mal für sich selbst dem Könige Balduin Macht und Würderauben wollte, und wie konnte auch wohl der reiche Graf vonFlandern nach einem so unsicher,. Throne Verlangen tragen?Er hatte vielmehr die Wittwe des Markgrafen Wilhelm undderen jüngere noch nicht einmal mannbare Schwester, undalle Rechte und Ansprüche, welche durch diese Hcirath er-worben werden konnten, den beyden Söhnen des Vogtesvon Bcthune zugedacbt, welcher ihm auf Zureden des Rit-ters Wilhelm von Mandaville alle seine Besitzungen inFlandern erblich zu überlassen versprochen hatte, wenn jeneHeirarhen zu Stande kamen.
Als nun Graf Philipp merkte, daß diesem Plane vielesim Wege stehe, so wurde sein Benehmen immer unfreundli-cher. Die Barone luden ihn indcß ein, ihrer Rathsver-sammlung beyzuwohnen und ihnen bcyzustehen mit seinemRathe wegen der Unternehmung gegen Aegypten, auf derenAusführung die griechischen Gesandten mit Heftigkeit dran-gen, indem sie gelobten, daß von der Seite des KaisersManuel jede Verbindlichkeit auf das gewissenhafteste würdeerfüllt werden. Für diese Unternehmung war besondersauf den Beystand des Grasen von Flandern und seinerRitterschaft gerechnet worden, und seine Aeußcrungen hat-ten bis dahin diese Erwartung genährt; es ergab sich abernunmehr, daß es ihm auch damit nicht Ernst war. Dennals ihm der Vertrag mit dem Kaiser Manuel vorgelegt under um seine Meinung befragt wurde, so antwortete er mitKälte, daß ihm als einem Fremden die Beschaffenheit desLandes Aegypten, welches zu gewissen Zeiten vom Nilflussegleichsam verschlungen würde, nicht genugsam bekannt wäre,um zweckdienlichen Rach zu geben; jedoch habe er vernom-men, daß viele Türkische Scharen nach Aegypten gezogen seyen,