Druckschrift 
3,2 (1819) Die Kämpfe der Christen wider Nureddin und Saladin bis zum Verluste von Jerusalem im J. 1187
Entstehung
Seite
176
Einzelbild herunterladen
 

I. Ck>r.1177 -

776 Geschichte der Krcuzzüge. Buch IV. Kap. HI.

Hülle erheuchelter Bescheidenheit so sehr verbarg, daß selbstkeiner der schlauen Pullanen sie ahndete. Selbst die Auf-forderung des Königs, daß der Graf doch wenigstens dieFührung der Truppen, welche mit den Griechen nach Ae-gypten ziehen sollte, übernehmen möchte, wurde mit dersel-ben erheuchelten Bescheidenheit abgclehnt. Die Absichten-es ehrgeizigen Grafen wurden erst kund, als ihm der Königdie Nachricht mittheilen ließ, daß seinem Nathe zufolge derehemalige Fürst Rainald von Antiochien, welcher seit seinerRückkehr aus dem Gefängniß zu Aleppo, aus welchemzwei) Zähre zuvor seine Freunde ihn losgckauft hatten,mehrere Male schon des Königs Stelle vertreten hatte, zumFührer des Aegyptischen Heers ernannt worden sey, jedochunter der ausdrücklichen Bedingung, nichts zu unterneh-men , ohne den Rath und die Bestimmung des Grafen vonFlandern.

Diese Nachricht übcrbrachte ihm der Erzbischofs Wil-helm von Tyrus als Kanzler des Reichs; und derselbe hatin seiner Geschichte des Reichs Jerusalem ausführlichen Be-richt über diese Verhandlungen erstattet Der GrafPhilipp ließ den Aeußcrungen seiner Empfindlichkeit über dieErnennung des Fürsten Rainald zum Statthalter des Königsfreyen Lauf, und meinte, es wäre ein solcher Statthalter demReiche wenig ersprießlich, vielmehr müßte die Gewalt in dieHände eines Fürsten gegeben werden, der für seinen eignenNutzen arbeitete und also auch Aegypten für sich gewinnenwürde, falls Gott dieses Land den Christen verleihen sollte.Der Erzbischofs Wilhelm crwicdcrte auf diese Acußerung,daß ein solcher Gewalthaber nicht anders ernannt werdenkönne, als wenn ihm der König auch seine Krone anfsetze,

57) I-ib. XXI, r4 iz.