Druckschrift 
3,2 (1819) Die Kämpfe der Christen wider Nureddin und Saladin bis zum Verluste von Jerusalem im J. 1187
Entstehung
Seite
148
Einzelbild herunterladen
 

148 Geschichte der Kreuzige. Buch IV. Kap. II.

I. Cbr, scheu Hokcs auf eine so herrliche Weise, daß sie alle ihreErwartungen überstieg. Dem Könige wurde eine großeSumme Geldes, viele herrliche seidene Gewänder und an-dere Köstlichkeiten zu Theil, und alle seine Begleiter, selbstdie niedrigsten Knechte, wurden nach Stand und Würde

Iuniiis reichlich beschenkt. Mit glanzenden Hoffnungen kehrten derKönig und die Ritter in das Reich zurück.

Auch diese Hoffnungen wurden getäuscht, und die vonden Griechen verhclßcne Hülfe erschien niemals; dagegendrängten sich Unfälle von aller Art. Der Graf Stephanvon Bleis und Chartres, welcher nicht lange nach des Kö-nigs Rückkehr mit dem Erzbischoffe Friedrich von Tyrusnach Jerusalem kam, um des Königs Eidam zu werden,widerrief, als er den Zustand des Landes sah, seine frühereEinwilligung in den Antrag, welchen der Erzbischofs in desKönigs Namen ihm gemacht. Denn der Graf war einleichtsinniger, lebenslustiger Jüngling, der wenig geneigtwar zu einem steten gefahrvvllcnKampfe, durch welchen nichtszu erwerben war, als die Martyrer-Palme. Er kehrte nacheinem Aufenthalt von wenigen Monaten, in welchen er durchseinen unzüchtigen Wandel allgemeines Aergerniß erregt, zuLande zurück und fiel in Cilicien in die Hände der Räubcrschar,mit welcher Malich, des Fürsten ToroS Bruder, im Landeumhcrstreifte. Diese beraubte ihn alles dessen, waS er mit sichführte, und gab ihm nur auf vieles Bitten ein schlechtesPferd, auf welchem er seine Reise nach Constantinvpel fort-setzte Bald darauf kam die Kunde, daß der Bischofs

Wilhelm von Ptolemaks, welchen der König mit Aufträgenan einige katholische Fürsten des Abendlandes von Con-stantinopel ausgesandt hatte, auf der Rückkehr zu Adrianopel

,S 6 ) VVM>, XX. 27.