Druckschrift 
3,2 (1819) Die Kämpfe der Christen wider Nureddin und Saladin bis zum Verluste von Jerusalem im J. 1187
Entstehung
Seite
64
Einzelbild herunterladen
 

64 Geschichte der Kreuzzüge. Buch IV. Kap. I.

S. kk>r. Anstatt, wie sein Vorfahre im Reich, Johannes der

H59« § ^

Schöne, gemeinschaftlich mit der fränkischen Ritterschafteinen Kampf wider die Heiden zu wagen, zog der sonstso kriegslustige Kaiser es vor, mit Nureddin umWaffenstillstand zu unterhandeln, und durch Unterhandlun-gen die Freyheit der in Nureddins Gefangenschaft befindli-chen Christen zu erwirken. Denn aus den westlichen Pro-vinzen des Byzantinischen Reichs wurden beunruhigendeNachrichten von mancherlcy Bewegungen der dortigen unbe-zwnugenen Völkerschaften gemeldet, und von dem leichtsin-nigen Audronikus, der wegen seiner Fahrlässigkeit in demKriege wider den Fürsten Torus zum Gefängniß vcrurkheiltworden, aber ans demselben entsprungen war, wurdeallerlei) Ungebühr befürchtet. Zwar zog derKaiser in großemGepränge und mit einem ansehnlichen Belagcrungszeug vonAntiochien aus und rückte mit seinen zahlreichen Schareneinige Tagemarsche auf dem Wege von Aleppo voraber zu derselben Zeit begab sich ein kaiserlicher Gesandtermir Geschenken an gestickten Gewändern und andern kostba-ren Dingen in das Lager des Athabek Nureddin, bot Waf-fenstillstand an und forderte die Freylassung der gefangenenChristen "). Als Nureddin beydes bewilligte, so erneuertederKaiser Manuel seineFreygebigkeit. Eine zweite kaiserlicheGesandtschaft brachte Geschenke von reich gestickten Gewän-

,,7) WUK. XVIII. -zIn

eo loao gni vulgo vocztnr vaäuraLaieinw enbltnit."

y») AbuSchnmah (s. Beyl.). DessenAngabe wirb auch von Wilhelm von

ciis -nl diar:iäinnirr, Hai karte llr-Isxiac lau« erat eta." Cinnamusaber (S. rag) läßt cs nicht auf sei-nen Kaiser kommen, baß er vc» Tür-

ken den Frieden angctragcn, sondernbehauptet, Nureddin habe, sobald ernur den Anzug des Kaisers vernom-men, den Großmeister der Templerund Bertrand (den natürlichen Sohndes Grafen von St. Gilles, s. cvillr.I71.) in Freyheit gesetzt und demGriechischen Heere entgegen geschicktum den Kampf abjuwendcn.