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Sonntag dc» 1. biö Dienstag den 3. Oktober.
Wind, Meer und Wärmegrad blieben sich ininicr gleich. Die-ser Westwind, der unS so lange günstig gewesen war, sing nun anund widrig zu werden. Wir hatten uns, aur Passatwinde hoffend,
! gegen Osten gewendet, befanden uns aber nun, durch jenes Aus-! dauern des Westwindes, worüber aste Welt verwundert war und wel-cher die ganze Schiffsequipage zur Verzweiflung brachte, unter demWinde unserer Bestimmung.
Der Kaiser setzte regelmäßig an jedem Morgen sein Diktirenj fort — cs wurde ihm selbst mit jedem Tage lieber, da die Scun-
' den dabei leichter zu verfliegen schienen.
Das Schiff hatte mit solcher Hast den Hafen verlassen müssen,
> daß erst auf dem Meere noch dabei alles in Ordnung gebracht
werden mußte. ES war noch gar nicht lange her, daß man cs
neu angcstrichen hatte. Dem Kaiser, der in Hinsicht auf den Ge-ruch sehr empfindlich war, mußte das äußerst unangenehm scynuud er hütete deshalb zwei Tage lang sein Zimmer.
Es war an jedem Abend, wenn er auf dem Verdeck umhcr-spazierte, ein besonderes Vergnügen für ihn, auf die Morgcnarbeitwieder zurückzukommcn. ES hatte sich für jczt noch keine andereSchrift, als ein schlechtes Werk unter dem Titel: Krieg derFranzosen in Ztalien gefunden, das ohne Grund und ohneZweck geschrieben war, so wie ohne alle chronologische Ordnung,j Der Kaiser durchblättcrte es, sein Gcdächtniß that daü Uebrige.2ch fand dasselbe um so bewundernswcrther, als es ihm, so oft erdessen bedurfte und gleichsam auf seinen Befehl, jederzeit zu Ge-bote stand.
Der Kaiser beklagte sich jedesmal im Anfänge, daß die Ge-genstände ihm fremd geworden wären, er schien sich nicht zu trauen^ und sagte, er könne nie mit seinen Erinnerungen so ganz ins Rei-ne kommen. Dann sann er einige Minuten nach, und nun stander auf, setzte sich in Marsch und sing endlich an zu diktiren. Vondiesem Augenblick an war er ein ganz anderer Mensch; die Wor-te strömten ihm gleichsam aus der Seele; er sprach wie begeistert;Ausdrücke, Orte, Tage, alles war ihm gegenwärtig.
Am folgenden Tage wiederholte ich ihm anfS genaueste, waser diktirt hatte und bei der ersten Verbesserung, die er für nothigfand, sieng er wieder an über denselben Gegenstand zu diktiren,als wenn er Tags vorher nichts darüber gesagt hätte. Die neueStelle war, verglichen mir der alten, von derselben sehr verschie-den. Sic war viel bestimmter, reicher und besser geordnet. Bis-weilen zeigten sich selbst wesentliche Abweichungen.