Druckschrift 
1 (1823)
Entstehung
Seite
134
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dankte, und auf welchen er ganz vorzüglich rechnete, schrieb: „DerGeneral cn Chef habe sich fortgemachc und dabei zwei Millionenans der Casse gestohlen." Glücklicher Weise bewiesen die mit ebendiesen Depeschen ankommendcn Rechnungen des KricgszahlmcistcrS,daß der General nicht einmal den ganzen Betrag seines Gehaltsentnommen hatte. „Ich empfand, als ich dieses laS, sagte dcrKaiser, einen wahren Abscheu gegen die Menschen, zum crstenmaiceine gewisse moralische Niedergeschlagenheit, die ich nie wieder so hrief gefühlt habe. Man hielt mich allgemein bei dcr Armee fürverloren und eilte schon, andern den Hof aus meine Koste» z»machen. Uibrigcns trachtete diese nemliche Person späterhin, nie» >>der zu Gnaden zu gelangen." Der Kaiser sagte: Er habe nichtverhindert, sie in untergeordneten Verhältnissen wieder anzustellc»,aber er wollte sie nicht mehr sehen und äußerte stets, daß er dasfragliche Subject nicht kenne. Das war seine ganze Rache.

Der Kaiser wiederholte immer und ewig, daß Egypten holtebei Frankreich bleiben sollen, ihm auch ohne allen Zweifel geblickt»seyn würde, wenn eS von Kleber oder Dcsaip verthcidigt wordc»wäre. Diese waren, wie er sagte, seine beiden ausgezcichnctsicnStellvertreter. Beide hatten große und seltne Verdienste, warmaber von Charakter und Neigungen sehr verschieden. Man findetihre Gemälde in den Memoiren des Feldzugs von Egypten.

Kleber hatte natürliches Talent. Desaip war durch Erziehungund Studium gebildet. Klebers Genie sprudelte nur in einzelnenMomenten auf, wenn die Wichtigkeit des Anlasses ihn aufrcgte, ,aber er schlief sehr bald im Schooß der Weichlichkeit und dcr Vcr-gnügnngen wieder ein; Desaip Talent aber war immerwährendrege. Er lebte und athmcte einzig in den edelsten Gefühlen derEhre und des Ruhms, wodurch sein Charakter ganz den Heldendes Alterthums glich. Der Kaiser sagt: Sein Tod sey der groß» ^te Verlust gewesen, der ihm habe wicdcrsahrcn können. Das Ili« ^bereinstimmende in ihrer Erziehung und in ihren Grundsätzen seydie Ursache gewesen, daß sic sich stets verstanden hätten. Desaix 'würde sich mit dem zweiten Rang begnügt haben und ihm doch iimmer treu und ergeben gewesen seyn. Wäre er nicht bei Mn»rengo geblieben, so hätte der Erste Csnsul ihm das Commando dcrteutschcn Armee, anstatt es Moreau zu lassen, übertragen. Uibri- -gens ist es ein höchst sonderbarer Umstand in den Schicksalen die»ser beiden Lieutenants von Napoleon, daß ncmlich an dem nemli-chen Tage und zu der nemlichen Stunde, da Kleber zu Cairo er-mordet wurde, Desaip zu Mnrengo von einem Kanonenschuß siel.