Sonnabend, am 1. Sonntag, am 2. Iulit
Wir gehen durch Limoges am 1. 2uli gegen 4 Uhr Nachmit-tags.
Den 2ten speisen wir zu Rochefsucault und kommen um 7Uhr in 2arnac an, wo wir Nachtqaarticr machen. Der üble WilledeS Postmeisters zwingt unS die Nacht dort zu verweilen.
Montag, am 3. 2uli.
Erst um 5 Uhr früh konnten wir wieder aufbrechen. DieBosheit des Postmeisters, der uns nicht allein die Nacht hindurchaufgchalten harte, sondern auch alle mögliche Mittel anwendctc,unsere Reise noch mehr zu verzögern, war Schuld daran, daß wirfast Schritt vor Schritt bis zum Relais von Cognac fahren muß-ten, doch bezeigten unS dort der Postmeister und die Zuschauerganz andre Gesinnungen. Wir konnten leicht bemerken, wie unsreReise gewaltige Bewegung der Gemüther, jedoch in verschiedenerAnsicht verursachte. Als wir gegen 11 Uhr Vormittags nachSainreS kamen, wären wir bald das -Opfer eines Volksauflaufesgeworden. Ein aus dem -Orce gebürtiger Garde du corps hatte,wie man uns sagte, uns diesen Hinterhalt gelegt und unsre Nie-dcrmctzlung organisirt. Wir wurden von dem Volke feilgehalten,von der Nationalgarde zwar beschützt, aber doch als Gefangene ineinen Gasthof abgeführt. Man beschuldigte uns, den Staatsschatzentfremden zu wollen, man nannte uns Bösewichte, deren Todallein die Gerechtigkeit befriedigen könne.
Diejenigen, welche sich zu der gebildeten Klasse in dieser Stadtzahlten, besonders die Frauen, zeigten sich am allerglühendsten fürunsre Hinrichtung.
Lctztre gingen einzeln an den Fenstern, unweit deren wir saßen,vorüber, um uns in unserm Elende noch naher beleidigen zu kön-nen. Sie trieben die Wuth so weit, daß sie, — sollte man cswohl glauben? —- als wir ruhig dabei blieben, mit den Zahnenknirschten. Und doch waren dies Menschen aus den besten Stän-den, Frauen von Bildung und Ansehn! Real hatte also dochRecht, als er dem Kaiser wahrend der hundert Tage Im Scherzsagte, waö die 2akobincr betreffe, so sei cs wohl billig, daß ersich auf sie verstehe, und somit behaupte er, daß aller Unterschiedzwischen den Schwarzen und Weißen nur darauf hinausgehe, daßdie einen Holzschuhe getragen hatten, und die andern in seidnenStrümpfen gegangen wären.
Prinz 2oseph, der, ohne daß wir es wußten, auch durch dieStadt reiste, machte unser Abentheuer nur noch verwickelter. Er