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2 (1837) Von 1640 bis 1688
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Testament.

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Klatschereien vermehrten die Abneigung des Kurprinzen gegenseine Stiefmutter, die ohnehin durch ihre Sparsamkeit, dieman Geiz, und die Bemühung, Reichthümer zu sammeln, dieman Habsucht nannte, in Berlin allgemein unbeliebt war,was durch ihren Übergang von der lutherischen zur resormirtenKirche noch vermehrt wurde, weil man diesem Schritt eigen-nützige Absichten unterschob '). Als nun unglücklicherweisedem Kurprinzen, der bei seiner Stiefmutter speiste, nach dem 1680Genüsse einer Tasse Kaffee plötzlich heftig unwohl wurde,glaubte er Gift erhalten zu haben, und sein schon früher vor-handener Argwohn warf den Verdacht auf die Stiefmutter.Obwohl er nun durch ein Pulver, welches ihm seine Schwie-germutter für mögliche Falle mitgegeben und das ihm seinSecretair Dankelmann eingab, sehr bald von jeder Gefahrbefreiet war und sich wieder wohl fühlte, so verließ er dochsogleich Berlin, ging nach Köpnik und bat den Kurfürsteneinige Zeit abwesend sein zu dürfen, weil er am Hose nichtmehr sicher sei. Natürlich vermehrte das die vorhandene Spal-tung, und es scheint daß die Kursürstin ihren Gemahl bewog,sein Testament zur größern Sicherheit dem französischen Hofein Verwahrung geben zu wollen °). Um so mehr neigte sichder Kurprinz nun auf die österreichische Seite und sein Arg-

1) Hauptquclle für diese Nachrichten ist Pöllnitz in seinen Memoi-ren LH. I. S. tZl ff.; ein Buch, welches zwar im Einzelnen so unge-nau ist, wie gewöhnlich das, was nach vielen Jahren aus dem Gedächt-nisse erzählt wird, allein im Ganzen eine richtigere Vorstellung vom Le-ben und Treiben jener Zeit gibt als diplomatische Geschichten und Büchervoller Einzelnheiten, ohne den Geist des Ganzen aufzufassen. Ihr Über-tritt geschah wahrscheinlich im I. 1668 bald nach ihrer Vermählung undscheint dadurch wohl einigermaßen natürlich, obwohl sie bereits 32 Jahrealt war. Bergl. übrigens Ölrichs Medaillencabinet Kr. SS und He-rings Beiträge LH. II. S. 60. Das sind Streitigkeiten, über die Gottallein völlig gerecht entscheidet, nur die öffentliche Meinung kann dieGeschichte hier berücksichtigen.

2) Die österreichische kurze Beantwortung u. s. w. Cap. Z sagt: vondiesem Testamente vom 19. Januar 1630 habe bis 1681 nur Jena undein Secretair Kenntniß gehabt, der Kurprinz es d. 10. Mai in üorsomit den geheimen Räthcn unterschreiben sollen. Das Alles ist sehr glaub-lich und die Existenz des Testaments brandenburgischer Scits zugcgeben.