Spannung mit Frankreich.
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des Edicts von Nantes, die strenge Vollziehung des Verbots 18. Oct.der freien Religionsübung der Evangelischen und die grausa- 1685men Mittel, welche angewendet wurden sie zur Aufgebungihres Glaubens zu zwingen, ohne ihnen auch nur das Aus-wandern zu gestatten. Sein Herz ward bei der Nachricht vonden Leiden seiner Glaubensgenossen tief ergriffen, und schon ein-undzwanzig Tage nach der Aushebung des Edicts von Nantes s. Nov.lud er durch eine offene Bekanntmachung die verfolgten fluch- 1685tigen Protestanten ein in sein Land zu kommen, bevollmäch-tigte seine Gesandten bei den Generalstaaten, in Hamburg, am -niedersächsischcn Kreise und in Frankfurt am Main sie zu un-terstützen, und bat die deutschen Fürsten ihnen den freien Durch-zug zu gestatten. Er ließ ihnen die freie Wahl des Wohnorts,versprach ihnen wüste Bauplätze in Städten und Stellen inDörfern mit dem Baumateriale, gleiche Rechte, Freiheiten mitseinen übrigen Unterthanen, Geld und andere Unterstützungenzur Errichtung von Fabriken und Manufacturen, freie Reli-gionsübung, den Unterhalt der Geistlichen, ein eigenes Consi-storium, Gerichtshof, Kirchen und Schulen, den Adeligen abergleiche Rechte und Ehrenvorzüge und jeden Schutz und jedeSicherheit, nahm sie persönlich äußerst freundlich und wohl-wollend auf, stellte sie bei seinem glänzenden Hofe oder imHeere oder in anderen Ämtern an.
Empfand der König das ohnehin schon sehr übel, so wares für ihn doppelt empfindlich, daß der Kurfürst in seinemEdicte von der Verfolgung der Evangelischen in Frankreichgesprochen hatte, während man gern Alles so darstellen wollte,als wenn die Evangelischen freiwillig thäten, wozu sie oft nurdie grausamsten Martern, oft diese nicht bringen konnten. Erbeschwerte sich daher bei dem Kurfürsten und warf ihm zugleichvor, er ziehe französische Unterthanen an sich; der König habesich nie in die Angelegenheiten der katholischen Unterthanen desKurfürsten gemischt; da dieser nun seit einiger Zeit gegen desKönigs Interesse handele, werde er auch nicht ferner die ver-tragenen Subsidien erhalten; wolle er sich mit Österreich ver-binden, so werde er das bald bereuen und noch eifriger alsbisher Frankreichs Freundschaft suchen. Der Kurfürst erwi-derte, die Subsidien habe er nicht umsonst erhalten und es
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