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2 (1837) Von 1640 bis 1688
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Buch IV. Fünftes Hauptstück.

Zu diesen zahlreichen Verdrüßlichkeitcn kam noch, daß er7. Dcc. durch den plötzlichen Tod des hoffnungsvollen Kurprinzen Karl !1674 Emil, welcher in Strasburg starb, als Water und Fürst zu- !gleich, auf das schmerzlichste verwundet wurde. Der treff- ^liche Prinz war der Liebling des Vaters, den fortzusetzen erberufen schien, wahrend der zweite Sohn Friedrich weder kör-perlich noch geistig dem altern Bruder zu vergleichen war.Gehässige Verleumdung verbreitete sich schnell über die Todes-art des Kurprinzen. Bei dem bekannten Mißverhältnisse derStiefmutter mit den Kindern erster Ehe wurde deren Ehrenicht verschont, und wie sehr man ihr auch Unrecht thunmochte, so empfindlich als widrig musste das doch aus dieganze Familie wirken ').

Der Argwohn Friedrich Wilhelms gegen die Aufrichtig-keit des Kaisers wurde noch vermehrt, als er erfuhr, daß die-ser mit dem Bischöfe von Münster, dem alten Feinde des jKurfürsten, um die Stellung von 20,600 Mann verhandle, !wozu Leopold bewogen worden sein soll durch die Vorstellung, !daß alle seine deutschen Verbündeten Evangelische wären und !daß durch den katholischen Bischof im Falle eines Kriegs mit Iden Schweden die Bisthümer Bremen und Verden für daskatholische Interesse eingenommen werden könnten. Der Kur-fürst beschwerte sich lebhaft beim Kaiser, weil dem clever Frie-den gemäß der Bischof von Münster nur 3000 Mann halten Idürfe, der Kaiser das gewährleistet und sich bei den Verhand-lungen mit Brandenburg geweigert habe diesem Subsidicn zugeben, die er doch nun dem Bischöfe reiche. Er protestirtegegen dessen Rüstungen, er werde nicht leiden, daß man den !westfälischen Kreis dadurch bedränge, und drohete sich von idem kaiserlichen Heere zu trennen. Nun leugneten der Kaiserund der Bischof und gaben vor, dieser solle nur 10,000 Mannstellen H. i

Weit gefährlicher für den Kurfürsten wurden die Schwe- >den. Die von Alters her mächtige, durch französische Pensi'o- !ncn und Subsidien gewonnene Partei, an deren Spitze Magnusde la Gardie stand, war immer bereit für Frankreich zu han-

1) lemple tVorlcs 1°. I. p. 392. §

2) I>uke„sork XII. H. SL.