Friedensvcrhandlungcn. 159
den die Schweden an den Zöllen in Hinterpommern hatten');endlich arbeitete er daran, den Evangelischen Amnestie und Si-cherheit in Polen zu verschaffen').
Nachdem man in Thorn längere Zeit hindurch verhandelthatte, wurde endlich der eigentliche Friedenskongreß in demKloster Oliva bei Danzig beliebt, unterdessen aber in der Stadt Dercmb.und der Umgegend im Dorfe Zoppot die Verhandlungen leb- 1659hast betrieben ^). Alle Theile waren, wie gewöhnlich, argwöh-nisch gegen einander, Einer suchte den Andern auszuforschen,dagegen seine eigenen Absichten möglichst zu verheimlichen. Je- Januarder machte die »»gemessensten oder möglichst unbestimmten For- 1500dcrungen oder, wie Friedrich Wilhelm, mit dem Vorbehalt,nach Umstanden noch mehr zu verlangen. Jeder wollte Ent-schädigungen für die Kriegskosten und war zum Frieden geneigt,würde ihn auch, wenn er seinen Vortheil dabei gefunden hatte,ohne Rücksicht auf seine Verbündeten, abgesondert abgeschlossenhaben, wahrend er lediglich darum die Übrigen vom Friedenzurückzuhalten suchte, um ihnen zuvorzukommcn und bessereBedingungen für sich zu erhalten'). Der Kurfürst wünschteseinerseits einen allgemeinen Frieden, der ihn am ersten mitden errungenen und noch beabsichtigten Vorthcilen sicherstellenkonnte; daher wollte er, daß auch Dänemark mit zu den Ver-handlungen geladen würde, um diese länger hinzuziehen.
Karl Gustav hatte jetzt, gestützt auf Frankreich und diepolnische Friedenspartei, bei der Uneinigkeit der Verbündetenneue Hoffnungen. Daher gericthen gleich Anfangs die heftiggegenseitig erbitterten Schweden und Brandenburger in Schrif-ten so hart an einander, daß die kurfürstlichen Gesandten, welcheihren Herrn nicht wollten bundcsbrüchig nennen und sonst nochbeleidigend bezeichnen lassen, vereint mit den Österreichern sich
1) Die Einkünfte wurden von Schweden zu 80,000 Gulden, vomKurfürsten zu 60,000 Lhalern angegeben. Oi-rrlum suocioum in not.
Mc. Oliv. II. p. 188.
2) kuleurlort VIII. 48.
3) ?uken<Iork Orrrul. 6ust. VI. 75. Lola pari» Ollvensis eä.
I. 6. Uülriuiu«.
4) l'uteuüorl VIII. 56 ff,