Zug nach Holstein, Schleswig und Jükland. 149
sie doch ihre Festen, so thätig griffen sic selbst an und beschäf-tigten ihre Feinde hinlänglich. Die Besatzung Marienburgsnahm und plünderte Mariemvcrdcr und fügte in der Umge-gend in einzelnen Gefechten den brandcnburgischen Hecrhaufenempfindlichen Nachtheil zu '). Nach achtzchnmonatlicher Ein-schliessung, Belagerung, langwieriger Beschießung und mehr-maliger heftiger Bestürmung durch ein 40,000 Mann starkespolnisches und kaiserliches Heer übergab der tapfere BenedictDxcnstjerna mit seiner zum beschämenden Erstaunen der Polen 22- Deck,noch nicht 300 Mann starken Besatzung die Stadt Thorn un- *058ter den ehrenvollsten Bedingungen, der Erhaltung aller Pri-vilegien der Stadt und Verpflichtung der Polen zur Eröff-nung von Friedensunterhandlungen mit Schweden; doch muffteLhorn nun polnische Besatzung einnehmend. Die gegen Li-tauen und Polen feindlichen Bewegungen des Zaars nöthig-lcn die Polen sich dahin zu wenden, und cs war ein Glückfür sie, daß die Kosaken nach Chmielniczkis Tode unter ihremHetman Wigowski von den Russen ab- zu ihnen übergctretcnwaren ^). Wirz, der kühne Befehlshaber von Stettin, bedro-hete die Mark, wendete sich Plötzlich mit 3000 Reitern gegen FebruarPomerellen und Preusscn, verband sich in Friedland mit dem 10H9schwedischen Statthalter, dem Prinzen Adolf Johann, Beide er-stürmten Könitz, nahmen Schweiz, Kulm und andere Städteein, versorgten Graudcnz, drangen in das herzogliche Preusscnüber Morungen bis Liebstadt vor, wendeten sich dann gegenDanzig, plünderten und brandschatzten die Umgegend bis zumSommer und setzten durch ihre Keckheit die Polen und die Bran-denburger in Bestürzung').
Karl Gustav lag immer noch vor Kopenhagen, versuchteendlich einen Sturm, welcher mit großem Verluste abgeschla- ii. Feb.gen wurde. Die den Dänen entrissenen Provinzen bewegten
1) I>ukc>üoi-c VI!. 74. Oa,-oI. 6ust. V. IIS.
2) kulendorf Oaralus Oust. V. 119.
3) Chmielniczki starb 15. Aug 1657. S. übrigens Engels Gcsch.der Ukraine und der Kosaken S- 212. Allgem. Weltgesch- Bd. 48.
4) Lcng »ich S. 217 ff. Karl Gustav war dennoch nicht ganz zu?frieden. 'Idoalr. Iüurvz>. VIII. 627. kukonrlork Oarol. 6u»t. VI. 72