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2 (1837) Von 1640 bis 1688
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Friedrich Wilhelms Jugcndjahre. 11

Kalchun, genannt Leuchtmar'), eines guten Theologen und sehrfrommen und treuen Mannes, übergeben, wahrend ihn dergeheime Secretair Jakob Müller als Jnstructor nothdürftigunterrichtete. Im neunten Jahre erhielt er auch einen Lehrerfür das Polnische. Das Verstehen des Lateinischen und dasSprechen des Französischen und Holländischen, neuere Geschichte,bürgerliche und Kriegsbaukunst und Geschützkunde lernte er^ spater meistens durch sich selbst und durch Umgang mit unter-!' richteten Männern; Vergnügung und Leibesübung gewährte

j früh die Jagd.

Als die Mark von den Dänen bedroht wurde, während 1627sich der Kurfürst in Preufsen befand, brachte man den Prinzenund dessen Schwestern nach dem festen Küstrin in Sicherheit.Wahrscheinlich sah ihn Gustav Adolf, sein großer Oheim, beiseiner Anwesenheit in Berlin und gewann den körperlich kräs- Maitigen und geistig geweckten und lebhaften Knaben lieb, wie er 1631ihm denn die Hand seiner damals fünfjährigen Tochter Chri-stine zugedacht haben soll. Schon damals mag auf den Prin-zen am Hofe seines Vaters die Partei eingewirkt haben, welchedem bald wieder mächtigen Schwarzenberg und der österreichi-schen Politik entgegen für Schweden war. Hatte doch seineGroßmutter, die Kurfürstin Anna (st. 1625), die Heirath ihrerTochter mit Gustav Adolf, gegen den Willen Georg Wilhelms,kräftig befördert, und sicher trugen seine andere Großmutter, diej alte Kurfürstin Juliane von -der Pfalz (st. 1644), und seine! Mutter, die Schwester des unglücklichen Königs Friedrich vonBöhmen, noch weit mehr dazu bei, den Prinzen so früh alsmöglich gegen Schwarzenberg und Österreich einzunehmen undfür Schweden zu gewinnen '). Wahrscheinlich deshalb ließ man

1) Nicht der Geheimerath Gerhard Rumelion Kalchun,JenesBruder. S. Küsters Jugendleben des großen Kurfürsten Friedrich Wil-helm- Berl. 1791 und (Königs) Versuch einer historischen Schilderung

! der Residenzstadt Berlin, Thl. H. S. s. worin viele schätzbare Nachrich-ten zur inner» Geschichte der Mark.

2) Cosmars Beiträge zur Untersuchung der gegen den GrafenAdam von Schwarzenberg erhobenen Beschuldigungen. Berlin, 1828.

S. 286 f. Bekanntlich hat man erst durch dieses Werk Schwarzen-bergs Verhältniß unter Georg Wilhelm und dann unter Fried-