Druckschrift 
11 (1824)
Entstehung
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Glaubens gegen sich haben würden? Glauben Sie ja nicht, daßSic doch wenigstens bei der Gegcnparthci Schutz finden müßten.2ch bin lange genug ein Mitglied derselben gewesen und kenne dieSchwäche wie die Starke derselben. Kein Mensch wird läugncn,daß bei politischen Ketzereien dort die Größe der Seele und dieedle Gesinnung eben nicht im hohen Grade zu finden sind. Manwürde Sie im Stiche lassen.

Jetzt habe ich Ihnen mein Herz mit allen Beschwerden undder ganzen Bitterkeit meiner Erinnerungen aufgeschlossen. Ich habezwar mit der größten Freiheit, aber auch zugleich in der besten Ab-sicht geschrieben, nicht mit der Bosheit, welche verwunden, sondernmit dem Gefühle, daS unterrichten will. Ich wiederhole nochmals,wenn ich mich bei irgend einem Anführer! geirrt haben sollte, daßmir die BewelSurkundcn gemangelt haben, und wenn ick in irgendeinem Stücke nickt wahr gewesen wäre, es dock nur ein ehrlicherIrrthum seyn würde. Was hier gesagt ist, habe ich auch wirklichso gedacht oder gefühlt. Ich wünsche nur, daß Sie mit eben die-sen Gesinnungen, wovon ich bei dem Schreiben durchdrungen war,das Geschriebene lesen mögen. Noch oft möchte ich Ihnen ver-sichern, baß ich weit weniger die Absicht hatte, Ihnen Vorwürfe zumachen, als Sie in den Stand zu setzen, nachzudenken, zu antwor-ten, vielleicht wieder gut zu machen, sollte es auch auf meine Kosten senn.Möchte doch das Lesen dieser Schrift über manche Dinge ein nütz-liches Lickt verbreiten, eine bessere Zukunft erzeugen! Hier ist derOrt Ihnen zu sagen, in welchem Zustande ich Longwosd verlassenhabe. Es ist unmöglich ihn treu zu schildern. Die Existenz wardort unerträglich geworden. Von jeder Communication abgeschnit«ten und in den wahrhaft abgesonderten Hast, worinncn wir unSbefanden, wurden die Stunden zu Ewigkeiten. Alles, selbst die Luft,weiche wir aihmetcn, kam uns wie ein matteS Gift vor. Der Lc-beneüberdruß war aufs Höchste gestiegen, die Last zu groß für unsreKräfte und das größte Unglück bei dem allem, daß wir den stünd-lich dahin schwinden sahen, für welchen wir lebten. Sein stillesLächeln bewies uns täglich, daß er unsre Ketten bald brechen wolle.Meine Thräncn fließen! Unsre Leiden waren in diesem Hause soschrecklich, daß wenn es möglich wäre, einen Augenblick die Pflichtzu vergessen, die unsre Herzen erfüllt und regiert, wenn eS möglichwäre, sage ich, daß ein solcher Moment der Abweichung von dieserPflicht einrretcn könnte, der jeden sich selbst zurück gäbe, ich michgar nicht wundern würde, wenn meine unglücklichen Gefährten nachdem Beispiele der Alten, um sich von einem so kummervollen Lebenzu befreien, sich gegenseitig den Tod gäben und man eines My»