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Woher kam es nun, daß die Meinung, welche ich siegen lies-, dochungeschickterweise nur allein ihren Feinde» zu statten kam? — Dochich habe dieses Unglück mehr a!S einmal gehabt! —"
Mittwochs am 20. November.
„Man muß gestehen, sagte heute der Kaiser zu mir, daß achteWahrheit schwer für die Geschichte zu erlangen ist. Glücklicher»weise ist die leztere öfterer ein Gegenstand der Neugierde, als voneigentlicher Wichtigkeit. Es giebt so viele Wahrheiten! — DieWahrheit FouchsS zum Beispiel und anderer Jntriguenmachcr, so»gar die Wahrheit vieler rechtlicher Mensche» wird nickt selten vonder meinigen sehr verschieden seyn. 2ene historische Wahrheit, dieman so oft sodcrt, auf welche man sich so oft beruft, ist größten-theils nur ein leeres Wort. Sie ist selbst im Augenblicke des Er-eignisses, wegen der Hitze der sich kreuzenden Leidenschaften nichtzu erreichen und wenn dann späterhin eine Vereinigung zu Standekommt, so liegt es vielleicht nur darin, daß die dabei inceressirtenPersonen, daß die Widersprechenden, nicht mehr leben. Aber wasist sonach oft diese historische Wahrheit? Nichts als eine Fabel,über welche man einig geworden ist, wie man sich witziger Weiseausgcdrückt hac. Bei allen diesen Dingen giebt es zwei sehr wesent-lich von einander verschiedene Theile; die materielle Thalsache unddie moralische Absicht. Die materielle Thacsache sollte eigentlichwohl ganz unbestritten seyn und doch, sagen Sie selbst, findet manwohl zwei Relationen die sich gleich sind? Sie giebt sogar zuwei-len zu einem ewigen Prozesse Anlaß. Was aber die moralischeAbsicht betrifft, so ist wohl alle Mühe umsonst, sich hierbei, selbstunter vorausgesetzter redlicher Meinung des Erzählers, wiederzufin-den. Wie soll es nun denn möglich seyn, wenn die Unredlickkeic,die Selbstsucht oder die Leidenschaft dabei ihr Wesen treiben? —2ch habe jezt einen Befehl gegeben und niemand konnte wohl inmeiner Seele lesen, was ich dabei dachte, was ich dadurch beab-sichtigte — und doch fallt jedermann über diesen Befehl her, mißtihn nach seinem Plane, nach seinem individuellen Systeme. Wieverschieden sind nun erst die Farben, welche der Jntrigucnmacher ihmgeben wird, je nachdem dieser Befehl nun seiner Äntrigue Zwang an-legt, oder für selbige brauchbar seyn könnte, wie wirdjer ihn hiernachzu verdrehen suchen! So geht es ferner mit dem, der sich gernwichtig machen möchte und gegen den die Minister, oder der Fürstselbst, vielleicht ein vertrauliches Wort über die Sache fallen ließen;so ist cö mit der großen Zahl der Hosmüssigganger, die nichts wei-