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Die Wandgemälde Eduard von Gebhardts in der Friedenskirche zu Düsseldorf : 12 Blätter mit begleitenden Worten
Entstehung
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ABENDMAHL

Im traulichen holzgetäfelten und -gewölbten Gemach hat der Herr die Seinen versammelt,zum letztenmal, zum letzten Mahl. Von der Decke herab erfüllt der Kerzenleuchter denRaum mit warmem Licht; seine Strahlen spiegeln sich in den grünen Kacheln des Ofens,während zum Fenster herein, die Behaglichkeit des Innenraums vermehrend, blauschwarzeNacht dringt, von einigen Sternen und den Lichtern der Nachbarhäuser kaum erhellt. Nebender Tür haben die Tischgenossen ihre Hüte und Mäntel aufgehängt. Vorn rechts stehendie Gefäße und Tücher, die der Fußwaschung gedient haben. Am weißgedeckten Tisch sitztJesus inmitten der Zwölfe. „Mich hat herzlich verlanget —" hat er zu ihnen gesagt, ver-klärten Angesichts, wie er gebeten: „Vater, die Stunde ist hie, daß du deinen Sohn verklärest,auf daß dich dein Sohn auch verkläre". Das Geheimnis seines Todes will er den Jüngerndeuten, wie der Tod für sie eine Quelle des Lebens werden soll. Johannes an Jesu Seite,die fein modellierten Hände übereinandergelegt, ist in seinem Geist ganz dem großen Augen-blick hingegeben, er teilt des Meisters herzliches Verlangen, er schaut schon seine Herrlich-keit. Währenddessen gärt es noch wild in Petrus Brust, auf der andern Seite des Herrn;ihm erscheint das Sterben noch als Verzicht, als reiner Verlust. Auch die andern Jünger —welch Leben in ihnen! Sie sind in der Gewalt Jesu. Während die einen nachsinnen überdie Worte vom Brot und Kelch, beschäftigt die andern der jähe Weggang des Verräters.Bald zu tun, was er tun will, ist er vom Stuhl aufgestanden. Er reißt im Gehen den Stuhlum zum Zeichen, daß er seines Sitzes in Jesu Nähe, im Kreis der Mitjünger verlustig ge-gangen ist. Seine Nachbarn schauen ihm mit heiliger Wehmut nach: „Kann es sein —einer von uns?" ::