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Die Wandgemälde Eduard von Gebhardts in der Friedenskirche zu Düsseldorf : 12 Blätter mit begleitenden Worten
Entstehung
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WASSER AUS DEM FELSEN

Zum wolkenlosen Himmel, der sich über der Wüste wölbt, steigt die Rauchsäule der Stifts-hütte kerzengerade auf: kein Lüftlein weht. Über den Zelten der Kinder Israels lagertfahler, heißer Dunst. Die immergrünen Büsche selbst sind vom Sonnenbrand verdorrt. Eineschier unübersehbare Menschenwoge brandet um den Felsen her, auf dem Moses steht, vonden Aeltesten begleitet. Unter diesen, mit vorgebeugtem Oberkörper dem Bruder zuschauend,Aaron, gespannt ob er diesmal wieder, wie am Sinai, den Kürzeren ziehen werde. DerDurst der Menge ist auf den höchsten Grad gestiegen. „Wasser, Wasser!" tönt's aus lech-zendem Mund, von bleichen Lippen. „Wasser, Wasser!" fordern mit Ungestüm die ringendenHände. „Wasser, Wasser!" ist in den stieren Augen zu lesen. Einem schreienden Säug-ling sucht die Mutter den letzten Tropfen aus der versiegten Brust herauszupressen. Diein ihrer Not noch Vertrauen zu des Führers Wunderkraft bewahrt haben, bringen liingsttrockenstehende Gefäße jeder Art und Größe mit. Auch das leidende Mädchen, Glaubens-sehnsucht im blassen Gesicht, hat ein Schüsselchen in der Hand. ::Moses, der trotz vieler Trübsal Ungebeugte, hat seinen wuchtigen Stab in den Händen, bereitdie Kraftprobe abzulegen. Grimm über das murrende Volk, vereint mit Zuversicht desGlaubens („Meine Seele dürstet nach Gott") und mit Schmerz über das Verschmachten derArmen, malt sich in seinen Zügen. Ein banger Augenblick noch, und die Not wird zuEnde sein: „Viel Wasser ging aus dem Felsen heraus, daß die Gemeine trank und ihrVieh". (4. Mose 20, 11.) ::