Luzien eine unerträgliche Schaam verursachte. Eineihr schon gegenwärtige Schaam, unerklärliche Abnei-gung, von so Etwas zu sprechen, kamen dazu, undalles zusammen bestimmte sie, den wichtigen Um-stand ganz zu verschweigen und nur, wie sie sich imHerzen versprach, dem Pater Ehristosorus zu eröff-nen. Was ward aber aus der Armen, als sie nachihm fragte und vernahm, er sey nicht mehr da, seyin eine ferne Gegend, in ein stockfremdes Dorf ge-sandt worden!
„Und Renzo?" sagte Agnes.
„Ist doch in Sicherheit, nicht wahr?" fragteLuzia heftig.
„Das muß wohl seyn, denn alle Welt sagtes ja: man glaubt bestimmt, er sey ins Bergami-sche gegangen, den eigentlichen Ort kann aber Nie-mand angeben: und bis jetzt hat er noch Nichts vonsich hören lassen, hat wahrscheinlich noch keine Ge-legenheit gefunden."
„Ach, ist er in Sicherheit, so sey der Herr ge-lobt!" sagte Luzia und suchte das Gespräch auf et-was Anderes zu lenken; es ward aber durch eine un-erwartete Neuigkeit unterbrochen: durch die Ankunftdes Cardinal-Erzbischofs.
Als er aus der Kirche, wo wir ihn verließen,