Werth, wenn diese Empfindungen nicht in seinemInnern erwachten, bewundernswerther, wenn sie er-wachten! Er trug aus den vielen Konklaven, denener beiwohnte, nicht allein stets den Ruf davon, nie-mals nach der, vom Ehrgeize so ersehnten, derFrömmigkeit so gefährlichen, Würde gestrebt zu ha-ben; sondern einmal sogar, als einer seiner Kollegen,der großes Ansehen hatte, zu ihm kam und ihm seineund seiner Parthei Stimme (wie es heißt) anbot,wies er denselben auf solche Weise von sich, daß ersogleich sein Vorhaben aufgab und sich anders wohinwendete, Eben diese Bescheidenheit, Abneigung vonHerrschaft, zeigte sich auch in den unbedeutendstenVorfällen des Lebens. Sorgsam und unermüdlichim Anordnen und Befehlen, wo seine Pflicht cs er-heischte, mischte er sich niemals in fremde Angele-genheiten und suchte sich, selbst wenn man ihn dazuzog, so lang er vermochte, von ihnen fern zu halten:welche Bescheidenheit und Enthaltsamkeit, wie manweiß, nicht allen Verfechtern der guten Sache sokigenlhümlich sind. Wollten wir uns das Vergnügengestatten, alles Bemerkenswerrhe seines Eharaklerszusammenzustelien, so würde sich wahrscheinlich einseltsames Gemisch scheinbar sich widerstreitender,schwer zusammen zu reimender Vorzüge ergeben.Eine andere Ejgenthümlichkeit dieses schönen Lebenskönnen wir nicht umgehen: so sehr auch Thaten,Herrschaft, Aemtcr, Lehrämter, Audienzen, Kir-
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