Druckschrift 
2 (1828)
Entstehung
Seite
256
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Las Vorbild Anderer, was er bei seinem Geiste undGemüthe sicherlich auch geworden scyn würde, hatteihn das Schicksal, statt zu oberst, zu unterst gestellt.Alle Vortheile anderer Art, die ihm das Vorrechtseiner Geburt halten gewahren können, suchte er nichtallein nicht nach, sondern lehnte sie sorgsam ab. Erzog dürftige Kost frugaler vor, kleidete sich lieberärmlich als anständig, regelte nach diesem Maaß-stabe ßein ganzes häusliches und bürgerliches Le-ben und wich nie eine Hand breit davon ab, wennauch viele seiner Verwandten lautes Geschrei undGejammer erhoben: er vergebe die Würde des Ge-schlechtes. Einen andern Kamps hatte er mit denOberen zu bestehen, die ihn immer heimlich und un-ter der -Hand mit beßerem, anständigerem Hausge-räthe, mit Etwas zu versehen trachteten, was ihnvor den Andern auszeichnen, als Fürst des Ortes zuerkennen gebe. Entweder glaubten sie, sich auf dieDauer dadurch angenehm zu machen, oder es war Lie-bedienerei, die mit Anderer Ansehen und Glanze steigtund sinkt, ihr Beweggrund, oder sie gehörten zu denAchseltragern, die sich Tugenden wie Untugenden ge-recht machen, immer predigen, die Vollkommenheitsey in der Mitte, und die Mitte immer dahin stellen,wo sie eben stehen und sich wohl befinden. Er entzogsich nicht allein diesen Diensten, sondern tadelte auchdie Dienstfertigen und zwar, halb noch im Knaben-,halb im Jünglingsalter.