Druckschrift 
2 (1828)
Entstehung
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214
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2.14

täubt, vornehmlich durch die Vorwürfe gerührt» aus- ^

rief: „ Nun denn! Gott stehe mir bei! " und ging.

Gertrud folgte ihr vom Gitter aus mit scharfem, ^

unruhigem Blicke, und als Luzia den Fuß auf dieThürschwelle setzte, öffnete sie, wie von einem un-widerstehlichen Gefühle überwältigt, die Lippen undrief: „Höre, Luzia!" Luzia wendete sich und kam ^

zurück. Aber schon hatte ein anderer Gedanke, derweit mehr gewohnt war, sie zu beherrschen, der Un-glückseligen Gcmüth erfüllt. Sie stellte sich, als ge- »-

nügten.ihr die gegebenen Verhallungsregeln noch »!

nicht, bezeichnet? Luzien abermals den zunehmenden >I«

Weg und entließ sie mit den Worten: „thue nur in Dl

Allem, wie ich Dir sagte und komm bald zurück." km

Luzia ging. K»

Sie verließ, ohne bemerkt zu werden, das Klo- krf

ster, wandelte mit niedergeschlagenen Augen längsder Mauer hin, fand nach der erhaltenen Beschrei- sih

bung und eigener Erinnerung das Thor des Ortes sP,

und stand im Freien. Sie wanderte in großer Span-nung, ein wenig bebend, eine Strecke auf der Haupt-straße hin, gelangte zu dem nach dem Kloster führen- ^

den Seitenwege und erkannte ihn wieder. DieserWeg war und ist noch jetzt sehr tief und gleicht einem ^

Flußbette, ,dgs sich zwischen zwei hohen, baumbe- ^

pflanzten, über ihm gewölbten Ufern hinwindet- Als ^

Luzie ihn betrat, sich in gänzlicher Einsamkeit er-blickte, fühlte sie sich beklommener und beflügelte