Druckschrift 
2 (1828)
Entstehung
Seite
145
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ges Mirleiden, auch den Gedanken an seine eignenUmstände.

Werweiß," dachte er wandernd,werweiß,ob es mir hier erwünscht geht, ob Arbeit zu habenist, wie in früheren Jahren? Doch Bortolo willmir wohl, er ist ein guter Mensch, hat sich etwasverdient, mich so oft schon eingeladen: er wird michnicht verlassen. Und dann hat ja dje Vorsehung soweit geholfen und wird weiter helfen."

Er hatte schon seit einer Weile starken Appetitverspürt; je weiter er kam, je mehr nahm derselbe zu,und ob er schon, als er die Sache ernstlich untersuchte,fand, daß er es allenfalls bis an Ort und Stelle,von der er noch etwa zwei Miglien entfernt war, aus-halten könne, so kam es ihm doch gar nicht schicklichvor, gleich, wenn er den ersten Fuß in des VettersWohnung setze, zu essen zu verlangen. Ersuchtesein Besitzthum in der Tasche zusammen, zahlte esund bedurfte, um zu wissen wie viel es sey, nicht lan-gen Rechnens. Es war nicht viel, reichte aber zueiner Mahlzeit hin. Er ging in ein Wirthshaus, er-quickte sich, bezahlte, und es blieben noch einigeSoldi übrig. Als er heraus trat, sah er vor derThüre, auf der Straße, zwei Frauen liegen, aufwelche er beinahe getreten hatte. Die eine war ält-lich, die andere, jüngere, trug einen Säugling ander Brust, der, als er vergebens Nahrung in ihr ge-sucht hatte, zu schreien ansing. Beide Weiber sahenU. K