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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
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sich vor Erstaunen und Freude; denn, in Gold verwan-delt, strahlte sie blendend ihm entgegen.

Ha, das ist dein Werk, mächtiger Berggeist!" rief er,und küßte das köstliche Geschenk. Er bemerkte jetzt einekleine Oeffnung, so groß wie ein Silberpfennig, aus derein seidener Faden hervorragte. Als er ein wenig da-ran zog, qnvll ein mit Gold und Perlen gesticktes Pracht-kleid heraus; ein Degen mit diamantenem Gefäß drängtesich nach, und so lag in fünf Minuten ein vollständigerAnzug vor ihm , mit dem er alle Fürsten, Grafen undHerren im Audienzsaalc des Kaisers überstrahlt hätte. Erbesorgte jetzt bloß, daß der bcrgfürstliche Hofschncidcr, ohneMaaß und Augenschein, nicht passend genug gearbeitet ha-ben möchte; aber bei der Anprobe saß ihm alles, wie aufden Leib gegossen. Er zweifelte nun nicht mehr, daß esRübezahls biederer Ernst sey, ihn triumphirend wieder indas Haus einzuführen, aus dem er acht Tage zuvor schimpf-lich verstoßen wurde.

Um bei der versprochenen Abholung nicht auf sich war-ten zu lassen, warf er sich geschwind in die neue glän-zende Hülle und verwies sein Studcutenröckchcn in densel-ben Winkel, den er vorher der goldnen Kugel zum Ver-bannungsorte bestimmt hatte. Da er aber mit manchemLüstling, der in prächtigen Kleidern einherstolziert undkeinen Kreuzer in der Tasche hat, nicht gern im gleichenFalle sepn mochte, so griff er vorher nach seinem Spiel-gcwinn, und sich da, die Pfennige waren Dukaten, vondenen zwei hinrcichten, die billige Forderung des Gast-wirths zu befriedigen.

Und schnell, wie ein Gedanke, standIm Zimmer jetzt ein schöner Knabe,

Mit gvldnem Länfcrschurz nnd einem blanken StabeVvn Silber in der zarten Hand.