-->D 135 <§-»-
und die Arme in einander geflochten, sah er starr eine Ke-gelbahn entlang, und sie gab ihm Stoff zu mancherleiBetrachtungen über die unstäte Kugel des Glücks.
„Wollen wir ein Spielchen machen?" rief jetzt plötzlichdie Stimme eines Bauers, der unfern bei einem Bicr-krugc saß und so schnell und so unbemerkt in den Gartengekommen war, als sey er aus der Erde gestiegen.
So überrascht, fuhr Wunibald ein wenig zusammen,blickte den Leisetreter — was sonst die Bauern in derRegel auf keine Weise sind — mit großen Augen an,und fand ein ehrliches, offenes Landmannsgesicht, mit demwohl ein Zeitvertreib zu wagen gewesen wäre. Er em-pfand auch wirklich ein Lüftchen dazu; aber eingedenk sei-nes leeren Beutels, schlug er den Antrag aus.
„Ei, warum will der junge Herr nicht ein bißchen ke-geln?" sagte der Bauer: „Es gibt nichts angcnchmcrszwischen Himmel und Erde! Eine kleine Zerstreuungscheint Ihm auch nöthig und wir spielen nicht hoch. Un-ser einer, der Jahr aus Jahr ein mit Steuern und Ga-ben nicht fertig wird, hat zwar kein Geld zu verschleu-dern; aber Er gefällt mir, und es sollte mich nicht är-gern, wenn ich an Ihn eine Hand voll Pfennige ver-spielte." —
Wunibald blieb aus bekannter Ursache bei seiner Wei-gerung, und das nahm den Lobredner des Kegclspiels sehrWunder.
„Ich weiß nicht, wie Er mir vorkommt!" sprach ertreuherzig: „Hat Er etwa nichts Rundes bei der Hand?Ich will ihm ein Dutzend Pfennige vorstrccken! Nicht, umIhn zu bereichern, sondern zur Befriedigung meiner Spicl-sucht; denn ich bin auf's Kegeln so begierig, daß ich dielieben Neune, nebst Kugeln, immer bei mir führe, um
v.'