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ne», einige Jahre lang einheizcn könnte. Doch setzen wirden Fall, daß ich mich irre; was hat das zu bedeuten?Wenn ich den jungfräulichen Geist nicht beleidige, so wirder mir gewiß nicht zuerst Fehde bieten; er wird mir viel-' mehr, aus schwesterlicher Gastfreundschaft, ein ruhigesNachtlager in seinem Gebiete nicht versagen. Haben Siealso die Güte, Herr Kastellan, mir geschwind — denn dieReise hat mich sehr ermüdet — ein Zimmer zu öffnen." —
Der Schloßaufschcr konnte sich nun auf keine schicklicheWeise länger dagegen sträuben. Er machte sich fertig, dasAmt der Schlüssel zu verwalten; aber die Kammerfrauvertrat ihm den Weg. Es entstand zwischen den beidenalten Wesen ein lustiger Streit, bei dem die Gräfin nichtlange neutral blieb. Sie schlug sich auf die Seite desKastellans, untersagte der Alten allen ferner» Widerstand,ließ ihr aber die Freiheit, diese Nacht zu bleiben, wo siewolle. Dadurch ward das gute Mütterchen sogleich ent-waffnet und erklärte mit Thränen: daß sie lieber in denTod gehen, als ihre geliebte Herrschaft verlassen wolle.
Der Kastellan führte jetzt die Gräfin aus dem Erdge-schoß eine Treppe hinaus, öffnete ihr ein Zimmer mit zweiBetten und entfernte sich mit dem Wunsch einer ruhigenNacht. Die Kammerfrau begrub sich unter ihre Decke;aber Mathilde wachte bei brennenden Kerzen, um denBesuch des Geistes, wenn er ja, wider Erwarten, erfolgensollte, nicht zu verschlafen.
Zwei Stunden lang sah und horte sie nichts; aber jetztging leise die Thür auf, und eine schlanke, weibliche Ge-stalt bewegte sich langsam herein. Sie war, wie sie demMönch erschien, mit einem langen, weißen Gewände be-kleidet und trug eine zierliche Harfe. Mit gesenktem Blicknahte sie sich Mathilden; dann schlug sie seufzend die Au-