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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
Seite
72
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Nein; aber er besucht mich jeden Abend und wird im-mer zudringlicher.

Das wollen wir ihm verbieten. Sein heutiger Be-such soll der letzte sepn. Um ihn ohne Geräusch los zuwerden, will ich einen Schlaftrunk besorgen. Du ladestihn, wenn er kommt, höflich zur Abcudtafel, und spielstdas Pülverchen heimlich in einen Becher, den du ihm,wenn er in der besten Laune ist, statt des seinigcn unter-schiebst. Zwinge dir nur ein heitres Gesicht gegen ihnab; dann wird er gewiß vor Liebe so blind, daß er denTausch der Becher womit wir seinen Lampentausch bil-lig vergelten entweder gar nicht bemerkt oder wenig-stens die Absicht nicht ahnet."

Zenide versprach, in einen säuern Apfel zu beißen undihrem verhaßten Liebhaber etwas freundlicher als bisherzu begegnen. Aladdin eilte dann aus dem Palast, begabsich an einen abgelegenen Ort und sprach zum Sklavendes Ringes:Ich Hab' einen unversöhnlichen Feind,sein Name thut nichts zur Sache der mir schon vormehrern Jahren einmal nach dem Leben getrachtet undneuerlich wieder einen so boshaften Streich gespielt hat,daß ich an ihm, ohne Vorwurf meines Gewissens, blutigeRache nehmen könnte; doch, menschlich gesinnt, will ichsein elendes Dasepn ihm lassen, und mich nur vor seinenKabalen in Sicherheit stellen. Verschaffe mir zu diesemBehuf ein schlafwirkendes Mittel, das ihn, wenn er esmit Wein vermischt trinkt, in einen tiefen Schlummer ver-senkt, von dem er in den nächsten fünfzig Jahren alsso lang' ich ungefähr noch zu leben denke nicht wie-der erwacht."

Ließ war denn freilich ein Todesurtheil unter einemmildern Namen; denn dem Hexenmeister lag schon eine