Bierundzwanzigster Gesang.
3 .
Man spricht vielleicht: Wohl zeigst du nnsern BlickenDen fremden Fehl, ohn' eignen Fehl zu sehn. '
Allein ich sag', in Hellen Augenblicken,
Wie eben jetzt, kann ich ihn wohl erspähn.
Auch trag' ich Sorg', und hoff' es wird sich schicken,Nun auszuruhn und aus dem Tanz zu gehn.
So schnell ich's wünschte, wird's nur nicht gelingen;Denn bis in's Mark ließ ich das Nebel dringen.
ä.
Ihr Werdet, Herr, vom vor'gcn Sange wissen,Wie Roland , rasend und von Wut verzehrt,
Das Kleid zerfetzt, die Waffen weggeschmiffenUnd rings im Feld verstreut, sogar das Schwerdt,Und alte Bäum' aus ihrem Grnnd gerissen,
Daß weit der Schall durch Wald und Berge fährt»Die Hirten zieht der Lärm in diese Gründe,
Sey's Mißgeschick, sey's Strafe schwerer Sünde.
5 .
Wie diese nun die Thaten sehn des TollenUnd seine Stärke, so unglaublich groß:
Da flichn sie, ungewiß, wohin sie wollen;
Bei schnellem Schrecken ein gewöhnlich Loos.
Der tolle Graf verfolgt die Unglücksvollen,
Packt einen an und reißt den Kopf ihm los,
Nicht minder leicht, wie Jemand eine Feige
Vom Baume bricht, ein Blümchen Pflückt vom Zweige.