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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
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Mcnschcnhcrz so cdel ist und den Stoff zu so vielen Flam-men verwahrt, und daß wir Liebe und Wärme nur fühlen,wenn wir sie außer uns vertheilen, so wie unser Blut unsnicht eher warm vorkömmt, als bis eS, außerhalb den Adernfließend, im Freien ist. O Liebe! wie glücklich sind wir,daß du von einer zweiten Seele angeschauet, dich wiedererzeugst und verdoppelst, daß warme Herzen warme ziehenund schaffen wie Sonnen Planeten, die größer» die kleinernund Gott alle und daß selber der dunkle Planet nureine kleinere, überzogene, eingchäusige Sonne ist ... . AlleSeelen standen heute hoch aus ihrer Alpe und sahen wieauf einer physischen den Regenbogen des Menschcnglücksals einen großen vollendeten Zauberkreis zwischen der Erdeund der Sonne hängen. Im Schlöffe bat die Lady ihreTochter, allein in das dunkle Zimmer der Mundharmonikazu gehen, sie woll' ihr das Angebinde des Wiegenfestes geben.Klotildcns Auge nahm vom bleibenden Freund mit einemzweiten Dank für seine Seele einen zärtlichen Abschied.

Nach ihrer Entfernung gab ihm die Lady einen Wink,mit ihr hinter den andern nachzubleiben da sank er gernvor Klotildens Mutter, die um ihre Einwilligung in seineLiebe noch nicht gebeten war, mit den Worten auf das Knie:wenn Sie meine Bitte nicht errathcn: so Hab' ich nichtden Muth, sie anzufangcn." Sie hob ihn auf und sagte:Bitten, die so stillschweigend geschehen, werden eben so stillerfüllt aber jetzt kommen Sie lieber und sehen zu, wo-mit ich meine Tochter beschenke." Aber er mußte erstlange die Hand benetzen und küssen, die ihm den Lindenhonigeines ganzen Lebens reichen will.

Beide gingen nun in diesem aus dem tausendjährigen