Als er den schönen Weg zu den lieblichen Verbündetenantrat im gehenden Zirkel drei liebender Seelen: so kamensie ihm alle entgegen mit glänzenden Zügen — mit schwim-menden Blicken — mit verschmerzten Erinnerungen, odervielmehr mit genossenen, denn von den zertretenen Freuden-blumen auf dem Lebenswege wehet Wohlgeruch auf die fetzigeStunde herüber, wie ziehende Heere oft aus Steppen denWohlgeruch zerquetschter Kräuter ausschicken. Die Ladywurde von ihren zwei Kindern geführt und sagte verbind-lich lächelnd: „hier stell' ich Ihnen meine geliebten Kinder„vor, setzen Sie die Freundschaft gegen sie fort, die Sie„ihnen bisher gegeben haben." — Ihr Sohn Flamin flog,gleichgültig gegen Sitte, an seinen Hals. Klotilde bücktesich tiefer, als sie vor einem Fürsten gethan hätte, und inihrem Auge schwamm die Frage der wehmüthigen Liebe:„bist du noch unglücklich? Hab' ich noch dein Herz? Warum„ist dein Auge benetzt, warum deine Stimme gebrochen?"— Viktor erwiederte mit eben so viel Zärtlichkeit als An-stand, indem er sich gegen die Lady wandte: „Sie konnten„an keinem schönern Tage Ihren Sohn wiederfinden als„am Geburttage Ihrer Tochter." ....
Daran hatte in den bisherigen Wirbelwinden keinergedacht. Welches frohe Chaos! Welch eine herzliche liebendeSprachverwirrung von glückwünschenden Improvisatoren!Welch ein gerührter Augendank Klotildcns für ein so ver-bindliches Gedächtniß!
Man zog trunken durch den kühlen Garten in das Schloß.O, wenn Schwesterliebe, Kindesliebe, Mutterliebe, Gelieb-tcnliebe und Freundschaft neben einander auf den Altärenbrennen: so thut cs dem guten Menschen wohl, daß das
2ea» Paul's auögew. Werke. VI.