lassen, und allein (da die Pfarrerin schon im Garten war)in die befreundeten Arme der gefundenen Schwester undMutter zu eilen, und setzte dazu, er komme bald nach. AlsFlamin fort war: fing Viktor immer vor KlotildenS Er-schütterung zu zittern an, die sich ihrer vielleicht bei derNachricht seiner Abstammung bemeistern werde; und eö drückteihn sehr, da er dachte, daß für alle im Garten die Trauervon dem schwarz ausgcschlagncn Trauerzimmer der Erdeabgenommen werde, nur für ihn wol nicht. —
Aber da kam, von neuen Entzückungen wiederschcinend,seine Mutter und trocknete ihm, eh' sie fragte, erst die Au-gen ab. Ihre neuen Entzückungen kamen davon her, daßKlvtilde ihr, da sie seine Abkunft erzählet hatte, um denHals gefallen und sie um Verzeihung des so langen Ver-hehlend, des so lange fortgesetzten Raubes des Kindes gebe-ten — und daß sic die Mutter an ein aus dem Spazier-gang nach der Verlobung gegebenes und nun gehaltenesVersprechen erinnert hatte. Der Mutter — und ich sorgedem Leser — war vieles entfallen, und Klotilde flog nureilig und erröthend über die Sache weg; hatte sie aber dortnicht zu ihr gesagt: „wir ändern unser Verhältniß nicht?"nämlich das einer Schwägerschaft. — Die Pfarrerin beschloßden Bericht mit dem Gesuch der Lady, ihr den neuen Sohnrecht schnell zu bringen. Viktor konnte vor weinendem Ent-zücken nichts sagen, als: „ist denn meine gute Agathe und„der Blinde noch nicht da?" — Und beide standen — hinterihm; und er verbarg das Uebermaß seiner Wonne unterLiebkosungen der Schwester und des Freundes; sein weiterLeidenkelch war ja ganz mit Freudenthränen vollgegossen.