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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
Entstehung
Seite
160
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lassen, und allein (da die Pfarrerin schon im Garten war)in die befreundeten Arme der gefundenen Schwester undMutter zu eilen, und setzte dazu, er komme bald nach. AlsFlamin fort war: fing Viktor immer vor KlotildenS Er-schütterung zu zittern an, die sich ihrer vielleicht bei derNachricht seiner Abstammung bemeistern werde; und drückteihn sehr, da er dachte, daß für alle im Garten die Trauervon dem schwarz ausgcschlagncn Trauerzimmer der Erdeabgenommen werde, nur für ihn wol nicht.

Aber da kam, von neuen Entzückungen wiederschcinend,seine Mutter und trocknete ihm, eh' sie fragte, erst die Au-gen ab. Ihre neuen Entzückungen kamen davon her, daßKlvtilde ihr, da sie seine Abkunft erzählet hatte, um denHals gefallen und sie um Verzeihung des so langen Ver-hehlend, des so lange fortgesetzten Raubes des Kindes gebe-ten und daß sic die Mutter an ein aus dem Spazier-gang nach der Verlobung gegebenes und nun gehaltenesVersprechen erinnert hatte. Der Mutter und ich sorgedem Leser war vieles entfallen, und Klotilde flog nureilig und erröthend über die Sache weg; hatte sie aber dortnicht zu ihr gesagt:wir ändern unser Verhältniß nicht?"nämlich das einer Schwägerschaft. Die Pfarrerin beschloßden Bericht mit dem Gesuch der Lady, ihr den neuen Sohnrecht schnell zu bringen. Viktor konnte vor weinendem Ent-zücken nichts sagen, als:ist denn meine gute Agathe undder Blinde noch nicht da?" Und beide standen hinterihm; und er verbarg das Uebermaß seiner Wonne unterLiebkosungen der Schwester und des Freundes; sein weiterLeidenkelch war ja ganz mit Freudenthränen vollgegossen.