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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
Entstehung
Seite
158
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mend und mit dem ins Laub gelegten Gesicht die zitterndeHand entgegen. Da Viktor diese stumme um Versöhnungstehende Hand zittern sah: so tropften siedende Thränendurch sein Herz und zertrennten es, und nur aus Wehmuthund liebender Schonung verschob er es, die demüthige Handzu nehmen. Aber hier kehrte sich Flamin (im falschen Arg-wohn) stolz, erröthend und voll Thränen und voll alterLiebe um und sagte:ich bitte dich recht gern um Verge-bung, daß ich gegen dich Engel ein Teufel war; aber dann,wenn du mir keine ertheilst, so schleudere ich mich hinun-ter, damit mich nur der Teufel holt." Sonderbar! die-ses Erpressen der Verzeihung zog Viktors offne Seele einwenig zusammen; aber er umfaßte doch den freundschaft-lichen Wilden und sagte mit der milden Stimme der stillenLiebe:aus dem Grunde der Seele Hab' ich dir heute ver-geben; aber geliebt Hab' ich dich immer und allezeit undin wenig Wochen würd' ich für dich gestorben sepn, umdein Leben zu retten." Nun traten ihre Seelen nahe

und »»verhüllt vor einander und deckten ihr Leben auf-

und da sich beide alles erzählt und Viktor ihm eröffnethatte, daß er an seine Stelle cingerückt und der Sohn derberaubten Mutter geworden sei: so wollte Flamin vor Reuevergehen, und drückte verschämt sein Angesicht tiefer nur anViktors Brust und ihre Seelen feierten ncuvermähltans dem Traualtar der Warte ihre Silberhochzeit unter derBrautfackel des Mondes, und ihre Seligkeit wurde vonnichts erreicht als von ihrer Freundschaft.

Sie wandelten im zärtlichen Taumel langsam in LeBauts Garten, und der Strom der Wonne wurde immertiefer; aber eiskalte Wellen wie vom Flusse Stpr erschreck-