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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
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salbe seinem starren Herzen Wärme und Bewegung wieder-gab. Sein Inneres regte sich gewaltsam, quoll aus, über-strömte den erdrückten Groll, und das Bild des Jugend-freundes stand auf und sagte:Viktor, gib dem Schulfreundwieder deine Hand o er hat so viel gelitten, und soedel gehandelt!" Thränen schossen ihm aus den zuckendenAugen, als er sich entschloß, auf die Warte zu gehen undzum alten Liebling zu sagen:es sei vergessen komm,wir wollen mit einander zu deiner Schwester gehen." Erging allein auf die Warte, um ihn nachher der Lady vorzu-stellen. Die Pfarrcrin sprang einige Minuten von Viktorab, um seine zwei Schwestern zu benachrichtigen und zubringen und den blinden Julius aus der Stadt führen zulassen, damit in der golduen Halskette der Liebe kein Ge-lenk abgiuge.

Welche Himmelleitcr, in der jede Minute eine höhereSprosse ist, steht in dieser Nacht aus der wankenden Erdeund gute Menschen steigen hinter einander hinauf!

Unten an der Treppe des Thrones der Versöhnung ar-beitete Viktors Herz gewaltsam im heißen durchwühltcnBlute. Flamin sah ihn langsam hinaufsteigen; aber er kamihm nicht entgegen, weil es ungewiß war, komme Viktorzürnend oder vergebend. Als dieser endlich oben war: sostützte Flamin sein abgekehrtes Gesicht beschämt in das Ge-zweig; denn er konnte dem so sehr gemißhandelten Gelieb-ten nicht ins Auge blicken, bis er wußte, daß er ihm ver-ziehen habe. Sie schwiegen schauerlich neben einander unterdem rieselnden Lindengipfel sie erriethcn einander nichtganz, und das machte das Schweigen finsterer und das Ver-söhnen zweifelhaft. Endlich reichte ihm Flamin, heftig ath-